Musik und Interdisziplinarität

Unter Interdisziplinarität, weiß das Lexikon, »versteht man die Nutzung von Ansätzen, Denkweisen oder zumindest Methoden verschiedener Fachrichtungen«. Grundsätzlich ja erst einmal eine gute Sache, auch wenn der Schweizer Politologe und Gesundheitsökonom Gerhard Kocher meint, dass interdisziplinär bloß »undiszipliniert multidisziplinär« heiße. 

Aber bei der Interdisziplinarität sollen Methoden zwischen den Disziplinen vermittelt werden und sich damit Lösungsstrategien nicht nur durch einen Austausch der Ergebnisse ergeben. Interdisziplinarität bedingt das Zusammenführen verschiedener Teilaspekte; ein reines Nebeneinander dieser Aspekte reicht hierfür nicht aus.

»Vier Augen sehen mehr als zwei«, heißt es ja auch. Aber es ist dabei nicht der Kompromiss, den wir in diesem Dialog suchen. Wir sehnen uns nach Bereicherung und Erweiterung des eigenen Horizonts. Darin spielt sich ein Prozess ab, der das genaue Gegenteil von Kompromiss bedeutet: Er führt zur Komplementierung und Komplettierung eines Standpunktes. Markus Theinert ist zudem »überzeugt, dass jede Interdisziplinarität Probleme verursacht, die vorher zumindest an der Oberfläche nicht erkennbar waren. Insofern kommt der Erfolg auch nicht über Nacht.« Viele Köche können auch den Brei verderben...

Wir widmen dem Thema »Interdisziplinarität« unseren Schwerpunkt. Musik kann mit zahlreichen Disziplinen verknüpft werden: Musikvermittlung, Sprachwissenschaften, Medizin, Sport und so weiter. Inwieweit das dann »echte« Interdisziplinarität im streng wissenschaftlichen Wortsinn ist, steht auf einem anderen Blatt. Ist Musik überhaupt eine Disziplin? Ein spannendes Thema, bei dem in der Redaktion die Köpfe rauchten.

Das Schwerpunktthemas »Musik und Interdisziplinarität« besteht aus fünf Artikeln mit insgesamt 13 Seiten:

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