Das Musizieren und die Augen

"Augen zu und durch", "Jemandem ein Dorn im Auge sein", "Das hätte ins Auge gehen können" – diese kleine Aufzählung von Redewendungen zum Thema "Auge" könnte nahezu unendlich fortgesetzt werden. Und unser heutiges, alltägliches Leben und Erleben ist stark vom Visuellen geprägt. Das führt oft dazu, dass man einem Auge mehr glaubt als zwei Ohren – wie eine bekannte Redewendung unbekannter Herkunft meint.

Wie sieht das beim Thema Musik aus? Musik ist ja grundsätzlich erst einmal etwas, das mit dem Ohr in Verbindung gebracht wird. Zumal "weghören" schwieriger ist als "wegsehen". Wenn uns im Museum ein Bild nicht gefällt, sehen wir einfach woanders hin. Wenn uns im Konzert ein Musikstück nicht gefällt, können wir schlecht auf etwas anderes hören. Die Septemberausgabe hat "Das Auge" zum Schwerpunktthema, auch weil – wie uns bei der Recherche  verdeutlicht wurde – das Thema Augen bei weitem nicht so präsent ist wie das Thema Ohren. Dabei wird das Ohr durch die Nutzung der visuellen Wahrnehmung nicht zurückgestuft, sondern ergänzt.

Heinz Erhardt wusste übrigens: "Die Augen sind nicht nur zum Sehen, sind auch zum Singen eingericht’ – wie soll man es denn sonst verstehen, dass man von AugenLIEDERN spricht?"

Das Schwerpunktthema von CLARINO 9/2016 "Das Musizieren und die Augen" besteht aus sechs Beiträgen mit insgesamt 18 Seiten:

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