Zur Geschichte der Blechblasinstrumente in der evangelischen Kirchenmusik - Teil 2: Von der Reformation bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts

Ein Überblick über den Gang der Forschung und ihren gegenwärtigen Stand, vor allem aus musikgeographischer Sicht: Man kann die Entwicklung der Musik, insbesondere der Musik für Blechblasinstrumente, in dieser Zeit unter folgendem Aspekt betrachten: Was ist mit dieser Formulierung gemeint? Im 15. und 16. Jahrhundert komponierte bzw. musizierte Stücke tragen oft einen Vermerk wie diesen: Auf allerlei Instrumenten zu musizieren oder auch zum Singen, mit oder ohne Instrumenten. »Spezifische« Musik, die nicht so ohne weiteres »austauschbar « ist, setzt sich erst vom 17. Jahrhundert ab langsam durch. Insbesondere die »Stimmen« der Blechinstrumente werden im Laufe der Zeit so spezifisch, daß zum Beispiel eine Trompetenstimme bei Bach nicht einmal von einem Horn »richtig« vorgetragen werden kann, von anderen Blas- oder gar Streichinstrumenten ganz abgesehen. Ich denke, es wird deutlich, was gemeint ist. Von allen Einzelheiten, die bei anderer Gelegenheit zur Sprache kommen (müssen), soll nur dieser Aspekt berücksichtigt werden, der sich wie ein »roter Faden« durch die Geschichte der evangelischen Kirchenmusik zieht, und der noch nie im Zusammenhang dargestellt worden ist. Er zieht sich selbstverständlich auch durch die katholische Kirchenmusik und auch durch das, was wir so pauschal als »weltliche Musik« bezeichnen, aber in diesem Aufsatz wird eben »nur« die evangelische Kirchenmusik behandelt.

  • 21.09.2011
  • Historisches
  • Manfred Büttner
  • Ausgabe: 7-8/1996
  • Seite 38-44

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