Zum 75. Geburtstag von Fritz Köll - Anmerkungen zu einem Eigenständigen

  • 21.09.2011
  • Porträt
  • Karl H. Vigl
  • Ausgabe: 7-8/2002
  • Seite 24 - 25

Wie wichtig es sein kann, auch im Blasmusikwesen einer Lobby zugeordnet zu sein, verdeutlicht sich in exemplarischer Weise in der Person Fritz Kölls. Er hat dort keine Lobby: Demzufolge blieb er eine unbekannte Größe. Dabei hat er in seinem Wirken und Schaffen eine enge Beziehung zum Bläserischen erarbeitet.

Fritz Köll wurde am 7. Juni 1927 im Herzen Münchens geboren. Er gehört zu den komponierenden Pionieren für Erneuerung der ursprünglich barocken Colla-parte-Kapellpraxis des vokal-instrumentalen Musizierens »Cantare et Sonare«. So entstanden zahlreiche Chorwerke mit variablen Bläserbesetzungen: satztechnisch solideste und stilistisch zeitgenössisch relevante Beiträge zum Liebhabermusizieren mit künstlerischem Anspruch. Reine Blechbläserstücke entstanden dagegen vor allem aus der Zusammenarbeit mit dem Münchner Ensemble »Blasengel vom Petersturm« des Prof. Friedrich Sertl, für die er als einer der wenigen »Turmmusik-Komponisten« Auftragswerke zum Freiluftmusizieren von eigenständiger formaler und struktureller Prägnanz schrieb. Es gibt darunter Suiten in erweiterter Blechbesetzung, die vor allem auch durch die polyphone Verarbeitung volksmusikalischer Motive in rhythmisch und harmonisch stark profilierter Klanglichkeit zu den wertvollen Aufgaben im Bereich bläserischer Gebrauchsmusik gehören.

 

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