zeit für eine entdeckung - rick braun: von rod stewart und sade zum smooth jazz

  • 21.09.2011
  • Jazz
  • Tobias Schumacher
  • Ausgabe: 1/2004
  • Seite 24-25

»Hey, that’s a fantastic place!« Rick Braun ist begeistert, als sein Blick durchs Rund des Münchner »Circus Krone«-Baus streift. Er ist zum ersten Mal hier an diesem fantastischen Ort für ein Jazz-Konzert – in der Tat. Die erste Stuhlreihe ist kaum mehr als einen Meter vom Bühnenrand weg. So intim ist mancher Jazz-Club nicht. Und bis zur letzten Reihe in den Rängen ist’s auch nicht weiter als 30 Meter Luftlinie. Dazu eine feine Akustik, wenn der Mann am Mischpult sein Handwerk beherrscht. Konzertveranstalter scheuen den »Circus Krone« für Jazz-Konzerte. Kein Name der aktuellen internationalen Szene hätte so viel Klang, die 2000 Plätze zu füllen. Das schafft auch Rick nicht. Dass es immerhin 800 sind, liegt an Vonda Sheppard, für die Rick aufwärmen soll. Wobei es den restlichen Abend nie wieder so heiß wird, wie während der 40 Minuten, in denen Rick seine »Getzen«-Trompete grooven lassen darf. Der traditionsreiche amerikanische Hersteller hat mit ihm eine Serie für Profis entwickelt. Sie trägt Rick Brauns Signet.

Dass es 800 Zuhörer sind, liegt an der TV-Kult-Serie »Ally McBeal«. Die Titelmelodie stammt aus der Feder von Pianistin und Songwriterin Vonda Sheppard. VOX hat die Serie Wochen vor dem Konzert abgesetzt – ungünstiger Zeitpunkt für eine Deutschland-Tour. Ob 800 gekommen wären, wenn sie um ihre begrenzten Möglichkeiten am Klavier gewusst hätten? »Meine Intros klingen alle ein bisschen gleich«, entschuldigt sie sich allen Ernstes beim Publikum.

 

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