Wir machen nicht nur Musik - Konflikte und Konfliktvermittlung

Im folgenden Fachbeitrag soll es wiederum um Kompetenzen gehen, die Jugendarbeiter in ihrer alltäglichen Arbeit wissen, können und vorhalten sollten. So sollen dieses Mal Konflikte und eine professionelle Konfliktvermittlung Gegenstand der Betrachtung werden. Dabei geht es vor allem um die Bedeutsamkeit, Konflikten offen zu begegnen, um so zu einer konsensualen Konfliktbearbeitung beizutragen.

Wenn wir uns in (Musik-)Vereinen und Verbänden bewegen, gehören sie genauso dazu, wie das gemeinsame Musizieren selbst. Sie sind allgegenwärtig, manchmal bewusst, manchmal unbewusst, manchmal sichtbar, manchmal unsichtbar, manchmal klein, manchmal groß. Die Rede ist von Konflikten jeglicher Art und Intensität.

Zunächst werden inter- und intrapersonale Konflikte unterschieden. Ein intraperso-naler Konflikt stellt sich als innerer Konflikt einer Person dar. Eine Person steht zwi-schen zwei Entscheidungen, die sie für gleich wertvoll hält, oder muss zwischen zwei Entscheidungen auswählen, die gleich übel ausgehen werden. Interpersonale Konflikte zeigen sich in den Beziehungen zwischen Menschen. Friedrich Glasl (2000) bezeichnet sie als »soziale Konflikte«. Ein sozialer Konflikt ist demnach eine Inter­aktion zwischen Akteuren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.), wobei ­wenigstens ein Akteur eine Differenz bzw. Unvereinbarkeiten im Wahrnehmen, im Denken bzw. Vorstellen, im Fühlen und im Wollen mit dem anderen Akteur in der Art erlebt, dass beim Verwirklichen dessen, was der Akteur denkt, fühlt oder will, eine Beeinträchtigung durch einen anderen Akteur erfolgt. Ein Konflikt liegt so bereits dann vor, wenn einer der Beteiligten den Konflikt als solchen wahrnimmt. Des Weiteren werden zugleich »heiße« und »kalte« Konflikte unterschieden.

  • 26.05.2014
  • Praxis
  • Tim Wersig
  • Ausgabe: 6/2014
  • Seite 16-17

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