Wir machen nicht nur Musik - Kinder- und Jugendarbeit ist richtig und wichtig

In den vergangenen elf Fachbeiträgen der ­Serie »Wir machen nicht nur Musik« wurden vielfältige Kompetenzen beschrieben und diskutiert, welche Jugendarbeiter in der alltäglichen Arbeit in den Verbänden und Vereinen vorhalten und entwickeln sollten. So ist das Ziel des letzten Fachbeitrags der Serie, einen zusammenfassenden Blick auf­zuzeigen und zentrale Themen pointiert aufzugreifen.

In Deutschland leben etwa 1,3 Millionen Menschen, die in einem von über 10 000 Musikvereinen (Blasorchester, Spielmannszug, Fanfarenzug, Fanfarenorchester, Brassbands usw.) aktiv musizieren. Zudem bestehen unter anderem in Form von D-, C- und B-Lehrgängen vielfältige Möglichkeiten der musikalischen Qualifizierung und Weiterentwicklung. Neben der musikalischen Arbeit halten die Musikvereine (meist unbewusst) eine Vielzahl außer­musikalischer Angebote und Aktivitäten bereit. Sie machen eben nicht nur Musik, sondern zeigen den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen, wie wertvoll es ist, in der Gemeinschaft zu musizieren, sich jedoch auch wohl, verstanden und anerkannt zu fühlen, und vermitteln dadurch bedeutende psychosoziale Kompetenzen.

Die Musik als Medium bietet optimale Möglichkeiten der Förderung vielfältiger kognitiver und sozialer Kompetenzen unserer Kinder und Jugendlichen. Der Musikwissenschaftler und Musikpädagoge Prof. Dr. Hans Günther Bastian (1944 bis 2011) wies in seiner sechsjährigen Langzeitstudie »Musik(erziehung) und ihre Wirkung« mit Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren empirisch nach, dass eine erweiterte Musikerziehung »die Entwicklung von Kindern positiv beeinflusst«. (Bastian 2003: 7) So lässt sich die Musik vielseitig begründen. Im Rahmen einer sozialpädagogischen ­Perspektive stellt Bastian fest, dass die Musik die sozialste aller Künste sei, da sie uns Menschen füreinander öffnet und uns ebenso (ver-)einen kann. Musizierende Kinder und Jugendliche verbessern ihr Sozialverhalten, erhöhen ihren IQ-Wert, erbringen gute schulische Leistungen und kompensieren unter anderem Konzentrationsschwächen. Demnach kann festgehalten werden, dass Musik und Musizieren die ­Lebensqualität und die Lebensfreude un­serer Kinder und Jugendlichen fördern und sie in einem nicht vermuteten Ausmaß bereichern.

  • 20.08.2014
  • Praxis
  • Tim Wersig
  • Ausgabe: 9/2014
  • Seite 24-25

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