Wir machen nicht nur Musik - Geschlechterbewusst Denken und Handeln

  • 14.04.2014
  • Praxis
  • Tim Wersig
  • Ausgabe: 5/2014
  • Seite 20-21

Im folgenden Fachbeitrag soll es wiederum um Kompetenzen gehen, welche Jugendarbeiter in ihrer alltäglichen Arbeit wissen, können und vorhalten sollten. So soll dieses mal das geschlechterbewusste Denken und Handeln Gegenstand der Betrachtung werden. Dabei geht es vor allem um die Bedeutsamkeit eines geschlechtersensiblen Handelns sowie Möglichkeiten der Umsetzung als auch die Frage, wie (Blas-)Musik und Geschlecht im Zusammenhang stehen.

Wird der Begriff »Gender« näher betrachtet, so fällt zuerst auf, dass dieser auf jeden Fall nicht aus dem deutschen Sprachraum stammt. Er wurde aus dem Englischen übernommen und meint grob übersetzt: »das soziale Geschlecht«. Dieses unterscheidet sich vom eigentlichen »biologischen Geschlecht«. Sprechen wir also vom Geschlecht (englisch: »sex«), dann ist hierbei das biologische Geschlecht gemeint ­sowie bei »Gender« das soziale. Wenn wir wiederum den Begriff »Gender« näher be-trachten, so beschreibt dieser nicht nur die »soziale Geschlechterrolle«, sondern auch die »sozialen Geschlechtsmerkmale«, das heißt alles das, was in einer bestimmten Kultur als »typisch« für ein bestimmtes Geschlecht angesehen wird. Diese Art »Zuschreibung« passiert von Anfang an, indem zum Beispiel neugeborene Säuglinge entweder ein blaues Bändchen (als Junge) oder ein rotes Bändchen (als Mädchen) erhalten. Im Alltag lassen sich weitere vielseitige Beispiele finden (Beruf, Kleidung etc.). So schreibt Stoller, dass die individuelle Geschlechtsidentität mit dem Wissen und dem Bewusstsein beginnt, ob bewusst oder unbewusst, einem bestimmten Geschlecht anzugehören und nicht einem ­anderen. Die Geschlechterrolle ist eben das äußerliche Verhalten, welches ein jeder von uns in der Gesellschaft zeigt.

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