Wir machen nicht nur Musik - Entwicklungspsychologische Grundlagen

Im folgenden Fachbeitrag soll es wiederum um Kompetenzen gehen, welche Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter in ihrer alltäglichen Arbeit wissen, können und vorhalten sollten. Innerhalb der entwicklungspsychologischen Grundlagen geht es um Thesen, dass sich ­Kinder und Jugendliche in individuellen, geschlechterspezifischen Entwicklungsphasen befinden, miteinander Bindungen und Be­ziehungen eingehen sowie mit- und voneinander lernen. Betrachtungsgegenstand ist hier also vor allem das Jugendalter bzw. die Jugendphase.

Das Jugendalter besticht vor allem durch vielfältige biologische, soziale und intellek-tuelle Veränderungen. So befindet sich der Mensch in dieser Phase zwischen »nicht mehr und noch nicht«. Meint also, sie sind nicht mehr Kinder, aber auch noch nicht vollständig erwachsen. Diese Zwischen­position geht einher mit positiven als auch negativen Erfahrungen und bedeutet sowohl mögliche privilegierte Verhaltensformen der Kindheit aufzugeben als auch neue Rollen, Merkmale und Kompetenzen zu erfahren, welche das Erwachsensein ­begründen können. Die Entwicklungs­psycho­logie unterscheidet hier bestimmte Entwicklungsphasen im Verlauf des Lebens.

Die des Jugendalters wird häufig mit dem Begriff der Adoleszenz (lateinisch für »heranwachsen«) in Verbindung gebracht, welche mit dem Eintreten der Geschlechtsreife (Pubertät) einhergeht. So wird hier zwischen der frühen Adoleszenz (11 bis 14 Jahre), der mittleren Adoleszenz (15 bis 17 Jahre) und der späten Adoleszenz (18 bis 21 Jahre) unterschieden, in welchen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor unterschiedlichen Entwicklungsaufgaben stehen. Es gilt den bestmöglich bereits vorhandenen Freundeskreis auszubauen, um zugleich zu Personen beiderlei Geschlechts neue und tiefere Beziehungen und Bin­dungen herzustellen, die körperlichen Veränderungen wahrzunehmen und zu ak­zeptieren, gegebenenfalls eine erste Be­ziehung einzugehen, die eigene geschlechtsspezifische Rolle zu erkunden und auszufüllen, eine (von den Eltern) unabhängige Lebensweise einzunehmen, sich über die mögliche berufliche Zukunft Gedanken zu machen, Vorstellungen zu Partnerschaft und Familie zu entwickeln, seine eigene Persönlichkeit weiter kennenzulernen, eigene Wertevorstellungen zu entwickeln sowie Perspektiven der eigenen Zukunft einzunehmen, um so sein individuelles Leben zu gestalten. 

  • 19.11.2013
  • Praxis
  • Tim Wersig
  • Ausgabe: 12/2013
  • Seite 24-25

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