Willkommen im Zeitgitter - Rhythmus-Workshop von Wolfgang Schüler (2)

  • 25.02.2015
  • Praxis
  • Wolfgang Schüler
  • Ausgabe: 3/2015
  • Seite 16-19

In Ausgabe 2/2015 habe ich die real existierende Notwendigkeit eines solchen Workshops – unter anderem anhand typischer Beispiele – gezeigt. Und den geneigten Lesern eine Reihe von Übungen gegeben, die wirklich immer und überall gespielt bzw. geübt werden können. In Folge 2 möchte ich nun die Brücke zur praktischen Anwendung unserer Übungen im Musikeralltag bauen sowie die Übungen auf zwei Betonungen pro vier Schläge ausweiten.

Praxis Dr. Rhythm

In Abbildung 1 nehmen wir Figur 1 aus ­Folge 1 (Beispiel A). Nun lassen wir alle unbetonten Schläge weg – ABER! – wir zählen trotzdem weiter: laut und gleichmäßig (Beispiel B).

Da es bei den Übungen ja nur um Wechsel zwischen betonten und unbetonten Schlägen geht, können wir jeden beliebigen ­Notenwert einsetzen, zum Beispiel Achtel (Abbildung 2, Figur 3) , Sechzehntel (Abbildung 2, Figur 4, und Abbildung 3) usw.

Wir haben jetzt also einen einzelnen Schlag, gefolgt von einer exakt aufge­teilten Pause. Aber wozu? Ein Beispiel: Es gibt wohl wenig Unangenehmeres für einen Musiker, als in langsamem Tempo eine längere Folge von Vierteln rhythmisch absolut gleichmäßig spielen zu müssen. Sie glauben das nicht? Okay, stellen Sie das Click auf 40 BPM ein, geben sich ein oder zwei Takte Vorlauf und versuchen dann, absolut präzise auf jedes Clicken einen Ton zu spielen ... Acht Takte lang... Wenn Sie keinen unbestechlichen Kollegen zur Seite haben, nehmen Sie die Aktion auf und lauschen Sie. Wie oft startet der Ton vor oder nach dem Click? Eine Winzigkeit zählt, seien Sie ehrlich zu sich selber. Ich wette, in vielen Fällen ist es in den ersten Takten eher suboptimal und wird dann etwas besser...

 

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