wenn ich diese spieler hätte... - würde mein ensemble auch so gut klingen – richtig oder falsch? (2)

Ich glaube, dass wir Dirigenten heutzutage sehr gut daran tun, wenn wir unser Dirigiervermögen weiterentwickeln, speziell die nonverbalen Fähigkeiten. Wir haben so viele Symposien wie nie zuvor, wir haben eine große Auswahl an herausragender Studienliteratur, um unsere Schüler zu unterrichten, und wir haben so viele hervorragende Dirigierlehrer wie noch nie. Ich bin mir aber nicht sicher, ob wir über unser Bild aus der Perspektive der Musiker so oft sprechen wie wir sollten. Warum ist das wichtig? Nun, Sie werden von dem Klischee gehört haben: »Wahrnehmung ist Realität«. Das trifft nirgends so zu wie in unserem Handwerk. Wie uns unsere Spieler auf dem Podium wahrnehmen, ist weitgehend nicht nur von unserer Fähigkeit bestimmt, die Psychologie des Dirigierens zu verstehen, sondern auch die Psychologie des Probens mit dem Orchester. Wenn Sie gute Musiker vor sich sitzen haben, müssen Sie es psychologisch verstehen, ihren Intellekt und ihre musikalische Entwicklung zu bereichern, oder sie werden schnell das Interesse verlieren und musikalisch und intellektuell stagnieren, während sie mit ihnen arbeiten. Dirigenten und Spieler teilen folgende Ansichten:

• Ich möchte oft auftreten. Musiker und Dirigenten wollen gleichermaßen die Früchte ihrer Arbeit durch Auftritte ernten, sooft es Proben und Vorbereitungszeit erlauben. Wir alle können mehr Auftritte mit unseren Orchestern spielen, wenn wir unseren Musikern beibringen, Probleme zu lösen, statt ihnen Lösungen zu servieren. Verwenden Sie so viel Zeit auf die Grundlagen von Technik, Rhythmus und Tonqualität wie auf jedes beliebige Musikstück, und die Musik wird ein Produkt der Entwicklung der Musiker sein.

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Brad Kent
  • Ausgabe: 5/2006
  • Seite 36-37

« zurück