wen die götter lieben - eine story über samba, sklaven und stringtangas

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • D. Duarte und A. Vil
  • Ausgabe: 10/2006
  • Seite 22-23

Die Puristen wissen es natürlich: Es heißt die Samba, nicht der Samba. Wer schon mal das Vergnügen hatte, sich zum Karneval in Rio rumzutreiben, käme kaum auf die Idee, Senhora Samba eine männliche Endung zu verpassen. Und sie damit folgenschwer einzudeutschen. Was etwa so passend wäre, wie aus ihrem Vierviertel- einen Dreivierteltakt zu machen. Wo der sinnlichste aller Rhythmen herkommt, was ihn prägt, wie er sich entwickelte und für was er steht – lesen Sie selbst . . .

Die Götter verschenken ihre Gunst nicht. Sie stellen die, die sie lieben, vor harte Prüfungen. Vielleicht wurde deshalb die Samba in den Füßen, Hüften und Herzen von schwarzen Sklaven geboren, Männern, Frauen und Kindern aus dem heutigen Angola, dem Kongo und Mosambik. Verschleppt erstmals im Jahr 1538 von Sklavenhändlern ins nordöstliche Brasilien. Im Laufe von fast 400 Jahren folgen ihnen mehr als fünf Millionen versklavte Menschen in die neue Welt. Aus Angola bringen sie den »Lundu«- und den »Bantu«-Tanz mit. Das Bantu-Wort »Semba« bedeutet »mit dem Bauchnabel kreisen«. Es schmuggelt sich in den Sprachkreislauf. Und irgendwann wird aus »Semba« schließlich »Samba«. Als 1888 die Sklaverei in Brasilien aufhört, entwickelt sich die Kultur der Schwarzen mit ihren Tänzen Batuque und Lundu weiter.

 

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