Was übst du eigentlich, wenn du übst? (9): Kraft-Ausdauer-Training für die Zunge

Nein, dies ist keine Wiederholung – auch wenn der Begriff »Kraft-Ausdauer-Training« in dieser Serie schon einmal verwendet wurde. In Folge 3 dieser Serie (Ausgabe 11/2017) ging es um das Training der Atemmuskulatur. Und auch in dieser Ausgabe geht es um Muskeltraining: Vorgestellt werden Ideen für Übungen, um Bewegungsgeschwindigkeit, Bewegungspräzision und Ausdauer der Zungenmuskulatur zu trainieren.

Fleißarbeit, die sich lohnt

Also schon wieder ein Muskeltraining. Das bedeutet Fleißarbeit, regelmäßige und vor allem aufmerksame Beschäftigung und auch Ermüdung und Durststrecken, wenn zwischendurch einfach kein Fortschritt mehr zu bemerken ist.

Die Belohnung allerdings wird sein, dass wir beim Spielen, bei unserer Interpretation, in unserem Ausdruckswillen nicht mehr (oder zumindest weniger) von der Bewegungsbereitschaft oder schlicht der Schnelligkeit unserer Zunge eingeschränkt werden. Und das ist es meiner Erfahrung nach mehr als wert!

Trainingsziele

In Folge 8 (Ausgabe 5/2018) ging es allgemein um eine günstige Ausgangsposition der Zunge und um die Verbindung Luftführung – Zungenbewegung. Wenn Sie nun in das weiterführende Training einsteigen, dann lassen sich drei Aufmerksamkeits-Schwerpunkte oder auch Trainingsziele unterscheiden:

  1. Ausdauer
  2. Kraft/Präzision
  3. Geschwindigkeit

Als vierter Punkt kann die Koordination von Fingerbewegung und Zungenbewegung dazugezählt werden.

Beim Üben sollten Sie sich vorher immer überlegen, was genau Sie gerade trainieren möchten. Worauf wollen Sie achten? Nach dem Prinzip der rotierenden sollten Sie sich zunächst auf nur einen Aspekt konzentrieren – und dabei in Kauf nehmen, dass die Ausführung dann (vorübergehend) an einem anderen Punkt etwas unpräzise ist.

Mit der Zeit kombinieren Sie verschiedene Aufmerksamkeitspunkte bzw. finden für sich heraus, auf welchem dieser Punkte, die beim Spielen gleichzeitig gelingen müssen, Ihre Aufmerksamkeit besonders liegen sollte, damit die Ausführung gelingt.

So ist auch diesmal die Reihenfolge der vorgestellten Übungen nicht als zwingende Vorgabe für den eigenen Übeplan gedacht. Entscheiden Sie vielmehr danach, auf welchem Gebiet Sie gern mehr Kontrolle und Flexibilität erlangen möchten – und legen Sie los! Allen vorgestellten Übungen ist gemein, dass versucht wird, andere Aspekte (zunächst) auszuklammern.

  • 18.07.2018
  • Praxis
  • Sandra Engelhardt
  • Ausgabe: 7-8/2018
  • Seite 16-17

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