Was ist das Blasorchester? Teil 3: Die Blechbläser

  • 28.09.2015
  • Praxis
  • Leon J. Bly
  • Ausgabe: 10/2015
  • Seite 18-19

»Wer entscheidet und wie?«, fragte der Autor im ersten Teil der Reihe »Was ist das Blasorchester?«. Es gibt viele unterschiedliche Meinungen, was ein Blasorchester ist und aus welchen Instrumenten es besteht. Der erste Teil griff allgemeine Gesichtspunkte heraus, der zweite beleuchtete die Holzbläser. Nun geht es im dritten Teil um die Blechbläser.

Trompete, Flügelhorn und Kornett

Komponisten in Mittel- und Osteuropa haben normalerweise zwei Flügelhörner und drei oder vier B-Trompeten in ihren Blasorchesterkompositionen verwendet, wohingegen die Komponisten in Großbritannien, Skandinavien und Nordamerika für zwei oder drei B-Kornette sowie zwei oder drei B-Trompeten schrieben.

Aber Komponisten in den USA wie Warren Benson (Solitary Dancer), Daniel Bukvich (Agincourt Hymn), Andrew Boysen, Jr. (Symphony Nr. 3 »JFK«) und Robert Russell Bennett (Ohio River) haben auch für Flügelhörner geschrieben. Arnold Schoenberg verwendete je zwei B-Kornette, B-Trompeten und Flügelhörner in »Thema und Variationen«, op. 43a, Florent Schmitt je zwei B-Kornette, C-Trompeten und Flügelhörner in »Selamlik« und »Dionysiaques« und Alfred Reed schrieb in seiner »4. Sinfonie« Stimmen für vier B-Trompeten, zwei B-Kornette und zwei Flügelhörner.

Viele Komponisten haben oft nur B-Trompeten verwendet und drei bis sechs Stimmen dafür geschrieben; andere Komponisten wie Gustav Holst (Second Suite in F) und Ralph Vaughan Williams (Flourish) haben gelegentlich nur B-Kornette benutzt. Einige Komponisten, unter anderem Ernst Toch (Spiel für Blasorchester), Ron Nelson (Fanfare for the Hour of Sunrise), Zdeněk Lukáš (Musica Boema), Joan Tower (Fascinating Ribbons), William Bolcom (First Symphony for Band) und Frigyes Hidas (Festive Music), verwendeten C-Trompeten anstatt B-Trompeten.

Obgleich Komponisten wie Paul Huber (Helveticus-Ouvertüre) und die deutschen Marschkomponisten wie Carl Teike (Alte Kameraden, Graf Zeppelin) und Ernst Stieberitz (Die Burg im Osten, Am Tannenberg-Denkmal) die hohen Es-Kornette, Stephan Jaeggi (Titanic, Jubel-Ouvertüre) und Florent Schmitt (Dionysiaques) das hohe Es-Flügelhorn früher recht viel verwendeten, benutzen die meisten Komponisten diese Instrumente heutzutage selten, obgleich Oliver Waespi eine Stimme für Es-Kornett für seine »Suite Nr. 1« schrieb.

Es-Trompete, hohe F-Trompete und Pikkolotrompete

Auf der anderen Seite wird die hohe Es-Trompete zum Beispiel in Adam Gorbs »Dances from Crete« und Edward Gregsons »The Kings go Forth« verwendet und eine hohe F-Trompete in Gregsons »The Sword and the Crown«. Gegenwärtig wird die Pikkolotrompete öfters eingesetzt bei Komponisten wie zum Beispiel James Syler (Minton’s Playhouse), David Maslanka (4. und 5. Sinfonie), Daniel Bukvich (Meditations on the Writings of Valsily Kandinsky), Jonathan Newman (Climbing Parnassus), Bernhard Thomas Klein (Sinfonie Nr. 1 »Die Argen«) und Edward Gregson (The Kings go Forth, The Sword and the Crown).

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