Von Säcken und Pfeifen... - Die Blasinstrumente des Mittelalters

Blasmusik beziehungsweise geblasene Musik gab es in allen Epochen der Weltgeschichte. So auch im Mittelalter, als edle Ritter hoch zu Ross durch die Lande zogen und große Könige in ihren Schlössern und Burgen herrschten. Zu dieser Zeit waren es eben nicht nur Poeten und Minnesänger, die von Lauten- oder Harfenspielern bei ihrem feinen Gesang begleitet wurden. Die Musiklandschaft dieses Zeitalters wurde neben Trommlern und Saitenzupfern auch von Holz- und Blechbläsern mitgezeichnet.Wenn wir von mittelalterlichen Blasinstrumenten sprechen, geht es natürlich nicht um Tenorhorn, Tuba oder Klarinette, wie wir diese aus der heutigen Blasmusik kennen. Jedoch kannten bereits die Spielleute des frühen Mittelalters beispielsweise die Trompete, die zu jener Zeit noch ohne Windungen und Ventile gebaut wurde. Im 14. Jahrhundert konnten erstmals gebogene Modelle hergestellt werden. Die gängigste Bauform war damals die einmal gewundene Langtrompete, später als Barocktrompete bekannt, die so bis zum Ende des 18. Jahrhunderts praktisch unverändert gespielt wurde.Ohne Ventile war die Langtrompete ein Naturtoninstrument, bei dem erst ab der vierten oberen Oktave eine vollständige Tonleiter zur Verfügung stand. Die Beherrschung dieser hohen Lage, das sogenannte Clarinspiel, gilt als die hohe Kunst der damaligen Trompetenmusik. Clarinbläser waren sozusagen die Stars der Szene. Sie beherrschten es beispielsweise, im Gegensatz zum »normalen« Trompeter des Mittelalters, durch kontrollierte Veränderung von Druck und Ansatz Töne zu erreichen, die in der Naturtonreihe gar nicht vorkommen. Und das in einer Tonlage, die heute mit der Pikkolotrompete gespielt wird.

  • 21.09.2011
  • Historisches
  • Christian Mayr
  • Ausgabe: 1/2011
  • Seite 32-33

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