Verbotenes in Töne verwandeln - Der ungarische Flötist und Komponist Peter Köszeghy

  • 21.09.2011
  • Porträt
  • Uschi Mohr
  • Ausgabe: 6/2009
  • Seite 36

Auch ein Kondom kann zum Blasinstrument mutieren. Und ebenso, wie dieser Satz provoziert, will auch Peter Köszeghy provozieren. Zweideutigkeit ist beabsichtigt. »Ich hau gern in den Topf hinein«, sagt der gebürtige Ungar, der als studierter Querflötist in Berlin zwar auch noch Unterricht gibt, aber die meiste Zeit seinen Kompositionen widmet. Und zu denen gehört eben auch »Big Balls«, eine »Klangaktion für drei elektronisch verstärkte/ verzerrte Kondome, Spielzeugdecke, Wasser und ZuspielCD«. Provozieren heißt für den 37-Jährigen »aufrütteln, zum Nachdenken bringen«. Er weiß: »Das Wort ist stigmatisiert, rutscht gern ins Negative ab.« Trotzdem: Köszeghy will in seiner Musik die Gesellschaft spiegeln. So, wie sie eben ist. Denn das ist für ihn der Auftrag von Kunst.

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