Verbale Kommunikation: Wie viel muss ich als Dirigent sprechen?

  • 21.11.2016
  • Schwerpunktthema
  • Roman Gruber
  • Ausgabe: 12/2016
  • Seite 34

»Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an.« Trotzdem braucht es hin und wieder die Sprache, um zur Musik zu kommen. Doch wie viel muss ich als Dirigent sprechen, um bestimmte Ziele zu erreichen?

»Einen schönen guten Abend zusammen, wie geht es euch – alles gut? Dann fangen wir an, spielen wir…« So oder so ähnlich mögen viele Orchesterproben beginnen. Aber muss es wirklich immer mit gesprochenen Worten sein – kann man nicht einfach mit Musik loslegen?

Ja, man kann. Die Partitur für das erste Stück liegt am Dirigentenpult, alle Musiker wissen, dass die Probe mit diesem Stück beginnt. Der Dirigent betritt das Podium und als erster Moment in der Probe erklingt Musik! Wäre das nicht einen Versuch wert?

Warum – um die Routine zu verlassen, dem Probenstart ein neues Format zu geben und um die Musiker zu überraschen, damit sie mit Spannung in die Probe kommen, weil sie nicht wissen, was es wieder zu erleben geben wird. Diese »Unberechenbarkeit« sollte sich natürlich im weiteren Probenverlauf fortsetzen…

Essenziell ist der Gebrauch der Sprache im Verlauf der Probe – wann sage ich warum wie was.

Zum »wann«: Muss unbedingt immer sofort unterbrochen werden, wenn »etwas passiert«? Warum nicht den Musikern die Chance geben, über einen längeren Zeitraum zu spielen, um überhaupt einmal ins Musizieren zu kommen – sie werden es jedem Dirigenten danken.

Das PDF enthält alle fünf Artikel des Schwerpunktthemas "Musik - die universale Sprache?":

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