Verantwortung übernehmen - Karoline Schaeferdiek über das gemeinsame Musizieren

  • 20.08.2014
  • Praxis
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 9/2014
  • Seite 12-14

Ihr größtes Interesse gilt seit jeher der Kammermusik, heißt es über Karoline Schaeferdiek. Sie ist ausgebildete Pädagogin und kennt auch musikalisch zahlreiche Genres. Wir sprachen mit der ­Flötistin über die Kammermusik, das notwendige Übel Üben und die Macht der Musik.

CLARINO: Sie haben unter anderem Meisterkurse bei James Galway und ­Peter-Lukas Graf belegt. Gibt es einen Tipp der Flötisten, den Sie heute noch beherzigen?

Karoline Schaeferdiek: Es gibt jetzt keinen speziellen Tipp der beiden Herren, den ich jetzt im Besonderen beherzige. Es ist vielmehr so, dass ich über die vielen Jahre eine eigene Philosophie in der Beschäftigung mit und in der Vorbereitung für das Auf­führen von Musik, besonders im Zusammenspiel mit anderen Musikern, angeeignet habe: »Sei immer so vorbereitet, dass du sicher sein kannst, dass es nicht an dir liegt, wenn etwas im Zusammenspiel nicht funktioniert.« Das fängt mit dem Einrichten des Notenmaterials an und hört mit dem ­Erarbeiten des Notentextes, natürlich auch mit Stimmgerät und Metronom, auf.

Geben Sie das Ihren Schülerinnen und Schülern auch mit auf den Weg?

Genau dies gebe ich auch an meine Schüler weiter. Die Eigenverantwortung und die Verantwortung für das Mitwirken in einem Ensemble und die Vorbereitung für das Mitspielen in einem solchen. Das ist dabei natürlich immer auf die Bedürfnisse des einzelnen Schülers abgestimmt. Jeder Schüler hat seine eigenen Begabungen und Fähigkeiten, kommt aus einem eigenen ­sozialen Umfeld. Dies zu beachten und wertzuschätzen ist mir sehr wichtig.

« zurück