venus brass - »... das geht ab wie schmidts katze – richtig klasse«

Sie sind gerade mal zu viert – zwei Saxofone, eine Tuba und eine Snaredrum. Aber wenn sie loslegen, geht die Post ab und jeder weiß, warum »Venus Brass« sich »Marching Band« nennt. Die vier Frauen aus Berlin – alle mit abgeschlossenem Instrumentalstudium – drehen bei ihren Auftritten derart auf, dass zumindest der akustische Eindruck einer mindestens doppelt so stark besetzten Combo entsteht. Doch nicht nur mit Klangvolumen hat diese magische Verdoppelung etwas zu tun. Die ungeheure Bühnenpräsenz von »Venus Brass«, die sich vorzugsweise marschierend unters Publikum mischen, ist ebenso ausschlaggebend. Und die geht in erster Linie auf das Konto von Bettina Wauschke, der Bandgründerin und -leaderin, die mit ihren gerade mal 166 Zentimetern die Tuba stemmt und parallel dazu singt, Witz versprüht, mit ihren riesigen blauen Augen kullert und so einfach jedermann und jedefrau vom Hocker reißt.

Zur Tuba kam Bettina Wauschke zwar nicht gerade wie die Jungfrau zum Kind, aber ein wenig unglücklich gelaufen ist es für die Jugendliche damals schon. Nach einem Schüleraustausch mit Kanada, während dem sie etliche Instrumente ausprobieren durfte, fragte die Dirigentin des Jugendorchesters ihrer Schwestern, ob sie nicht die Tuba blasen wolle, die gerade nicht besetzt war: »Und ich wollte doch Saxofon spielen, das war doch viel cooler.« Doch dann »fand ich es toll, dass ich so viel Verantwortung hatte in meinem Bassregister. Und diese Frau, die so voller Power war, sagte immer zu mir: ›Lauter, Betty, lauter.‹«

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Uschi Mohr
  • Ausgabe: 11/2004
  • Seite 10-11

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