Vahid Matejko - Im Spannungsfeld zwischen Orient und Okzident

Wenn man ihn so reden hört, so bedächtig, ja langsam, so wohlüberlegt, dann meint man einen Mann zu hören, der reich ist an Lebensjahren und Lebenserfahrung. Für seine gerade einmal 28 Jahre wirkt der Komponist Vahid Matejko erstaunlich abgeklärt. Nur manchmal bricht sie hervor, die beinahe noch kindliche Begeisterung. Dann nämlich, wenn er über Musik spricht. Offenheit und Neugier, aber auch seine Wurzeln prägen das Leben und die Arbeit des gebürtigen Berliners.

»Ich bin tief beeindruckt von der Bahai-Jugend im Iran«, erzählt Vahid Matejko. Dieser nämlich hat der junge Komponist jüngst einen Song geschrieben. »Young Heroes behind closed Doors« heißt der und er handelt von der Problematik, dass Bahai-Jugendliche von Schulbildung und Universitäten ausgeschlossen werden, da sie nicht bereit sind, ihrem Glauben abzuschwören und zum Islam zu konvertieren. Bahai, eine anerkannte Religion, lehrt einen abrahamitischen Monotheismus, in dessen Mittelpunkt der Glaube an einen transzendenten Gott, die mystische Einheit der Religionen und der Glaube an die Einheit der Menschheit steht. Die Bahai vertreten eine handlungsorientierte Ethik, die sich einer humanitären Vision des sozialen Fortschritts verpflichtet.

 

  • 21.09.2011
  • Porträt
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 9/2010
  • Seite 42-43

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