und, wie war es für sie? - die irischen komponisten kinsella, mcneff und wilson

  • 21.09.2011
  • Aktuell
  • Michael Ball, Fergal
  • Ausgabe: 3/2007
  • Seite 26-27

Im Juli dieses Jahres wird die World Association of Symphonic Bands and Ensembles (kurz: WASBE) ihre 13. Konferenz in der malerischen Stadt Killarney im Südwesten Irlands abhalten. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm aus Meisterklassen, Vorlesungen, Kursen, Repertoire- und Forschungssitzungen und Komponistentagungen. Gleichzeitig findet ein Bläserfestival, das Ensembles vom Quintett bis zum großen Blasorchester bietet, statt. Hier werden auch Werke der irischen Komponisten John Kinsella, Stephen McNeff und Ian Wilson uraufgeführt. Michael Ball und Fergal Carrol unterhielten sich mit ihren Kollegen.

Geboren in Dublin, verband John Kinsella für viele Jahre Komposition und Verwaltung, bis er sich 1988 von seiner Position als Musikchef bei Radio Telefis Éireann (RTÉ) zurückzog, um seine Zeit der Komposition zu widmen. Seit dieser Zeit hat er neun Sinfonien geschrieben, ein zweites Violinkonzert, ein viertes Streichquartett und andere Werke. Er erhielt Kompositionsaufträge u.a. von Concorde, dem Guardian Dublin International Piano Competition, RTÉ und dem Irish Chamber Orchestra. Im Jahr 1999 wurde seine Achte Sinfonie, die von RTÉ in Auftrag gegeben worden war, vom RTÉ National Symphony Orchestra uraufgeführt. Die jüngsten Aufträge beinhalten seine Neunte Sinfonie for das Irish Chamber Orchestra und ein Cello Konzert für RTÉ, das seine Uraufführung durch den Cellisten Carlos Prieto und dem RTÉ NSO im Jahr 2002 erfuhr. Während der irischen Ratspräsidentschaft der Europäischen Union 2004, begaben sich Serenata und der Dirigent Barry Douglas mit seiner „Nocturne for Strings“ auf Tournee durch Europa und China, während das Irish Chamber Orchestra mit Nicholas McGegan die „Hommage à Clarence“ auf seiner Europatournee aufführte. Seine Werke wurden von den Labels Altarus, Keltia, Chandos, Urtext und Marco Polo eingespielt. John Kinsella ist Mitglied von Aosdána, Irlands staatlich unterstützter Akademie schaffender Künstler.

Stephen McNeff studierte an der Royal Academy of Music und der University of Exeter. Er war Composer in Residence am Banff Centre in Kanada und künstlerischer Direktor des Comus Music Theatre of Canada in Toronto, wo er auch mit der Canadian Opera Company arbeitete. Er arbeitete mit Künstlern anderer Kunstformen zusammen, um Werke für das Musiktheater zu schaffen, wie zum Beispiel „Passions“ am Battersea Arts Centre in London und „Matins for the Virgin of Guadalupe“ (geschrieben für die Sopranistin Patricia Rozario) an der Dartington International Summer School und beim Cheltenham Festival. Kürzlich wurde „Names of the Dead“ – ein Anwesenheitsappell derer, die im Irakkrieg getötet wurden – vom Duke Quartet uraufgeführt. Sein „Clarinet Concerto“ wurde in Finnland und London aufgeführt, während seine Oper „Clockwork“ (die auf einem Roman von Philip Pullman basiert und für das Unicorn Theatre und das Philharmonia Orchestra geschrieben wurde) am Royal Opera House Linbury Theatre zu sehen war und für den British Composer Awards nominiert wurde. Seine jüngste Oper „Gentle Giant“ (auf der Basis des Buches von Michael Morpurgo) entstand für das Royal Opera House. Er ist Hauskomponist des Bournemouth Symphony Orchestra, wo der Chefdirigent Marin Alsop „Heiligenstadt“ unter dem Jubel der Kritiker uraufgeführt hat. „Secret Destinations“ kam im Februar 2006 zur Premiere und wurde auf Radio 3 ausgestrahlt. Im Moment schreibt er an der „Sinfonia Conciso“, die noch in dieser Saison erstmals aufgeführt werden soll. Andere kürzlich geschriebene Werke sind zum Beispiel „What I Heard About Iraq“ für die Opera North beim Leeds Fuse Festival. Er hat viele Werke für Bläserensembles geschrieben, und sein bekanntestes Werk in diesem Genre, „Ghosts“, wurde bereits zweimal aufgenommen, jüngst vom der Philharmonia a Vent, die auch „The Winged Lion“ 2007 veröffentlichen werden.

Ian Wilson wurde 1964 in Belfast geboren und erreichte den ersten D.Phil. in Komposition, den die University of Ulster vergab. Die Universität beauftragte ihn 1993 für sein orchestrales Werk »Rise« zur Feier des zehnten Jubiläums einer Stiftung. Seine Musik wurde auf sechs Kontinenten von Künstlern wie dem National Symphony Orchestra of Ireland, den Ulster und Belgrader Philharmonikern und dem Norwegischen Rundfunkorchester, den London Mozart Players und dem Irish Chamber Orchestra, dem Artis, Vogler und Vanbrugh Quartett, den Ensembles Lontano und Avanti!, vonChatherine Leonard und Hugh Tinney aufgeführt und ausgestrahlt. Werke aus seiner Feder wurden bei vielen Festivals aufgeführt, wie zum Beispiel den BBC Proms, der Biennale von Venedig, den ISCM World Music Days, den Festivals von Cheltenham, Spitalfields und Bath und dem Ultima Festival in Oslo, wo »Running, Thinking, Finding« für Orchester 1991 den Kompositionspreis gewann. Er hat über 80 Stücke geschrieben, darunter zwei Kammeropern, Konzerte für Orgel, Cello, Altsaxofon, drei Violinkonzerte, Konzerte für Marimba und Klavier, Orchesterwerke, sieben Streichquartette, vier Klaviertrios und viele weitere Kammer- oder Vokalwerke. 1992 wurde Ian Wilson die Macaulay Fellowship zuerkannt, die vom Kunstrat Irlands vergeben wird und 1998 wurde er für Aosdána ausgewählt, eine Gemeinschaft staatlich geförderter Künstler. Von 2000 bis 2003 war Ian Wilson AHRB Forschungsstipendiat für Creative and Performing Arts an der University of Ulster. Seine Musik wird von Ricordi London und Universal Edition herausgegeben.

« zurück