Ulrich Drechsler - »Ich habe musikalisch das Gefühl, dass ich angekommen bin«

»Österreich ist ja ein lustiges Land«, erzählt Ulrich Drechsler schmunzelnd. »Es gibt einige Dinge in Österreich, die kann man nicht ernst nehmen – dazu gehören Fußball und Politik.« Und der gebürtige Schwabe kennt sich da aus, denn er lebt seit 1992 in Österreich. Und er liebt das Land, die Leute und »sein« Wien. Und je mehr er spricht und erzählt, desto mehr lugt das »Wienerische« im Dialekt hervor. Wir sprachen mit ihm über Gott und die Welt – und natürlich über seine neue CD »Concinnity« (Enja).

clarino.print: Herr Drechsler – laut oder leise?

Ulrich Drechsler: Leise. Je älter ich werde, desto mehr komme ich darauf, dass man nicht immer laut spielen muss, um etwas zu sagen. Zumal häufig die Tradition gepflegt wird: lauter, schneller, höher. Das ist in den meisten Fällen kontraproduktiv und verschreckt den Zuhörer eher als dass es ihn interessiert. Ich spiele viel leise und ich liebe es, leise zu spielen.Das wird auch auf der neuen CD deutlich.

Mit den Celli ist man von vorneherein schon eingebremst. Da kann man nicht Vollgas spielen. Die Bassklarinette ist an sich auch ein etwas leiseres Instrument – im Vergleich zum Saxofon oder zur Trompete. Das Instrument klingt auch einfach nicht mehr gut, wenn man es überspielt. Dann fängt es an zu quietschen und dann ist es aus...

  • 21.09.2011
  • Interview
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 12/2010
  • Seite 33-35

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