Üben organisieren (2): Von Zielen und Plänen

Wer ein pädagogisch orientiertes Studium absolviert hat, erinnert sich bestimmt noch gut an die vielen »Ziel-Arten«, die beispielsweise bei einem Lehrprobenentwurf mit Inhalten gefüllt werden mussten. Da gab es ­Grobziele und Feinziele, Leitziele, Lernziele (kognitiv, affektiv, psychomotorisch, sozial), Stundenziele, Monatsziele und Jahresziele… Ach, das waren Zeiten!

Vorbereitung als Basis für Improvisation

Und nein, ich möchte diese Arbeit, die mir zugegebenermaßen während des Studiums doch mitunter sehr lästig erschien, im Nachhinein nicht missen. Spätestens mit Beginn des Berufsalltags mit vollen Musikschulnachmittagen (und besonders im Unterricht mit Gruppen) habe ich gemerkt, dass diese Vorbereitung die Basis dafür ist, im Unterricht spontan von Plänen abweichen zu können. 

Nur wenn ich weiß, warum ich genau in dieser Art und Weise an diesem und jenem Thema arbeiten will, kann ich sinnvoll improvisieren. Und auch meine Methodik-Studierenden löchere ich regelmäßig mit meinem »Warum?«, bis wir zum Kern ihrer Idee, zum Ziel für diese Stunde/ diesen Schüler vorgestoßen sind.

Ziele beim Üben

Ziele sind wichtig. Sie geben Struktur, ermöglichen einen Plan und brauchen, damit sie eindeutig formuliert werden, Klarheit über das eigene Wollen. Ziele motivieren, weil wir bei Erreichen einer Etappe unsere Erfolge erkennen und benennen können. Womit wir beim Übergang vom letzten Artikel angekommen sind.

Können Sie klare Ziele benennen, wenn es um Ihr Üben geht? Und damit meine ich keine 5-Jahres-Ziele. Sondern ganz kleinschrittig gedacht in Wochen- oder sogar Übeeinheits-Zielen! 

Oder denken Sie eher in Wünschen? Es ist eine schöne Aufgabe, die »Arbeitsanweisungen«, die ich mir selbst stelle, genau auf diesen feinen Unterschied hin zu überprüfen: Denke ich eher in Wünschen oder formuliere ich ein klares Ziel? 

  • 09.01.2019
  • Praxis
  • Sandra Engelhardt
  • Ausgabe: 12/2018
  • Seite 12-13

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