ub 40 - gemeinsam von der schulbank zum reggaeolymp

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Thorsten Bednartz
  • Ausgabe: 10/2005
  • Seite 12-13

Wenn »UB 40« zum Interview ladet, kümmert es sie nicht, ob man als Journalist raucht oder ob die Plattenfirma im Berliner Nobelhotel eine Nichtrauchersuite gemietet hat. Man inhaliert, ohne zu ziehen, und agiert somit von Anfang an anders als frühere amerikanische Präsidenten. Aber mit denen haben die Reggaemusiker aus Birmingham ohnehin nie viel am Hut gehabt, beinahe ebenso wenig wie mit eigenen britischen Regierungen.

So zeigt dann auch das Cover der neuesten CD »Who are you fighting for?« unter anderem Osama bin Laden zwischen Kofi Annan und Winston Churchill, etwas abseits steht George Bush. Und alle stellen diese gleiche Frage. Früher wäre die Antwort der Musiker klar gewesen, doch heute haben sich die politischen Paradigmen für sie verschoben, und es bleibt auch ihnen nur die Frage, für wen man überhaupt noch kämpfen kann. Der Aktivismus von einst, der sich an der Teilnahme an Demonstrationen für einen politischen Wechsel in Großbritannien weg von Maggie Thatcher und hin zu einer sozial gerechteren Gesellschaft ausdrückte, ist der großen politischen Ratlosigkeit gewichen, die »nur« noch den Finger in die noch immer offen klaffende Wunde der sozialen Sicherheit legen kann.

 

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