tuba tuba - transatlantisches tandem auf mission

Dave Bargeron und Michel Godard sind unterwegs in einer Mission. Der Mission zur Ehrenrettung der Tuba. »Sie ist ein so wundervolles Soloinstrument. Sie sticht überall heraus. Du kannst sie sehr hoch hinauf und tief hinunter bewegen, über weite Notenstrecken spielen«, sagt Dave, der Amerikaner. Wessen sich viele nicht bewusst seien: »Die Mehrheit der Töne liegt im Frequenzbereich der Männerstimmen. So schwebt die Tuba wunderbar leicht durch alle möglichen Songs.« Sätze, die für gewöhnliche Tubisten zwischen Provokation, Arroganz oder typisch amerikanischem Understatement pendeln dürften. Sätze, die wohl ein bisschen von all dem enthalten. Weshalb Kollege Michel Godard relativierend hinzufügt, dass »die Tuba zwei Rollen übernehmen kann – wie ein Bass oder eine Viola: begleitend oder stimmführend. Als Soloinstrument eignet sich die Tuba jedenfalls bestens. Aber natürlich ist sie schwierig zu spielen. Sie ist eine Herausforderung – very challenging!« Sagt der Franzose.

»Tuba Tuba« hat das transatlantische Tandem seine Mission getauft. Logisch. Das Quartett ist eine jener seltenen Jazz-Formationen, in der zwei Solisten, die sich dem gleichen Instrument verschrieben haben, im Zusammenspiel überraschende Synergien entdecken, entwickeln und umsetzen: Harmonien, die geradezu orchestral schallen, Kompositionen, die spritzig sprudeln, Arrangements, die mal gleich einem Kanon fließen oder überlappen, mal auf den Punkt stoppen, Melodielinien, die wuselig wirbeln, etwa, wenn sie Charlie Parkers »Donna Lee« anstimmen. Das Zusammenspiel der beiden ist (nicht aufgrund ihrer Leibesfülle) ein geballtes Paket von Virtuosität und Witz, sei es live, sei es auf Tonträger. »Tuba Tuba« – alles andere als eine »mission impossible«. Eine Mission, die gerade erst mal drei Jahre dauert.

 

  • 21.09.2011
  • Mainstory
  • Tobias Schumacher
  • Ausgabe: 10/2003
  • Seite 30-33

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