Trompeter mit Tirolerhut - Der unwiderstehliche Billy Mo (1923 bis 2004)

  • 21.09.2011
  • Porträt
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 11/2010
  • Seite 40-42

Es machte ihm Freude, Freude zu verbreiten. Doch Billy Mo, der »Musikclown der tausend Gesichter«, war nicht nur ein witziger und selbstironischer Entertainer, sondern vor allem ein kluger und begabter Künstler. Der Mann aus Trinidad blies Jazztrompete, konnte wie Sam Cooke singen, war studierter Kinderpsychologe und Musiktherapeut – und ein Mitglied der 1774 gegründeten Freimaurerloge »Zum Schwarzen Bär«. Sein Idol Louis Armstrong war stolz darauf, sein Freund zu sein.Wenn einer Peter Joachim heißt, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Deutschen. In der Tat hatte Prof. Dr. Peter Mico Joachim auch einige deutsche Vorfahren, irgendwo in der Urgroßvater-Generation. Doch da er aus der Karibik stammte, die Hautfarbe eines Louis Armstrong besaß und wie dieser eine heiße Jazztrompete spielte, lustige Jive-Songs sang und wild mit den Augen rollen konnte, war der Name Peter Joachim für seine Bühnenkarriere nicht unbedingt förderlich.

Also wählte er einen Künstlernamen: Er nannte sich Billy – nach dem schwarzen Jazzsänger Billy Eckstine – und Mo – nach Satchmo, seinem großen Idol Louis Armstrong. So entstand: Billy Mo.Schon mit einem Jahr hatte der kleine Peter oder Billy durch einen Unfall Vater und Mutter verloren. Er wuchs auf Trinidad im Waisenhaus auf, zeigte viel Freude an der Musik, vor allem mit der Mundharmonika, und bewarb sich schon mit sechs Jahren bei einer Band. »Du bist noch zu klein, werde erst mal sieben!«, so lautete der hinhaltende Bescheid des Bandleaders. Doch als Peter sieben war, hatte er sein Anliegen keineswegs vergessen, sondern klopfte erneut an – und diesmal hat der Bandleader ihn tatsächlich genommen. Denn was man kleinen Kindern verspricht, muss man auch halten.

 

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