Trompeter Daniel Ackermann erfindet sich immer wieder neu

Foto: Artur Lik

Am 18. und 19. Oktober steigt in Koblenz wieder das Festival »Trompete Total«. Einer der Dozenten dort wird Daniel Ackermann sein, der auch als künstlerischer Leiter agiert. Wir haben uns mit ihm unterhalten.

Wie kamen Sie eigentlich zur Trompete? Welches waren Ihre ersten Gedanken, als Sie erstmals einen Ton herausbekamen?

Durch Zufall! Bei einem Verwandtenbesuch lag da eine Trompete im Zimmer meiner Cousine. Sie spielte im Musikverein und ich fragte: »Was ist das?« Ihre Antwort war eine provokante Einladung: »Das ist ’ne Trompete. Aber da kriegst du eh keinen Ton raus!«

Im Gegenteil – hat sofort geklappt. Bis dahin hatte ich Klavier gespielt, aber jetzt war die Trompete die erste Wahl, Klavierspielen hat mir aber weiterhin auch Freude gemacht und so fuhr ich ab diesem Tag zweigleisig.

Mit neun entdeckten Sie Ihre Leidenschaft für die Trompete. Wann war es denn so weit, dass Sie dachten, die Musik zum Beruf zu machen?

Wenn ich darüber nachdenke, muss ich sagen, dass der Wunsch zunächst unausgesprochen da war. So mit 13/14 Jahren formulierte ich das dann auch.

Wie hat Sie Ihr erster Lehrer und wie Ihr erster Professor geprägt?

Mein erster Lehrer, Jürgen Sommer aus dem Musikverein Löf/Mosel, hat mir vor allem das Überleben im Musikverein beigebracht, die Grundlagen in Theorie und Praxis. Wenig später war es Martin Gietzen, auch ein Eigengewächs des Musikvereins, der damals, Anfang der 90er, Lehramt in Mainz studierte.

Wir verbrachten ganze Samstage zusammen. Wir hörten Platten – Beatles, Beethoven, Miles Davis, Pink Floyd, sprich: alles – und übten zusammen. Das hat mich nachhaltig geprägt und mich offen werden lassen für jede Art von Musik.

Ihm bin ich sehr dankbar, denn nicht zuletzt war er es auch, der mich meinem ersten Professor vorstellte: Malte Burba. Ab da fuhr das kleine Landei von der Mosel wöchentlich nach Mainz. Rückblickend kann ich sagen, dass ich das Glück hatte, zur richtigen Zeit auf die richtigen Menschen getroffen zu sein.

Auch meine Musiklehrer am Gymnasium haben einen riesen Anteil an meiner Entwicklung. Ich habe alles aufgesogen wie ein Schwamm. Davon profitiere ich bis heute.

Welche Rolle spielt Malte Burba in Ihrer Laufbahn?

Ohne Malte Burba wäre ich nicht der Musiker, der ich bin. Sein Wissen, seine Art der Betrachtung der Dinge, seine revolutionäre, ganzheitliche Methode – niemand auf diesem Planeten vereint die vielfältigen Fähigkeiten auf dem Instrument und in der Pädagogik wie dieser Mann.

Ich empfinde es als großartiges Glück, als 16-Jähriger in seine Klasse aufgenommen worden zu sein. Jeden Tag profitiere ich von seiner Lebensleistung und gebe weiter, was ich gelernt habe. Es ist eine große Freude, zu sehen, wie meine Schüler dadurch ebenfalls ihr Spiel auf dem Instrument entscheidend verbessern und manche sogar einen ähnlichen Traum leben wie ich.

  • 03.09.2019
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 9/2019
  • Seite 58-59

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