Trainingslager "Wie Bläser üben" (26) - Eine Art Meditation

Der Vater hatte einmal Louis Armstrong im Konzert gehört und fand das ganz toll. Als er ein Weihnachtsgeschenk für seinen achtjährigen Jungen suchte, dachte er deshalb: »Warum nicht eine Trompete?« Das Geschenk wurde zum Volltreffer – dank eines hervorragenden Trompetenlehrers, den die Eltern ausfindig machten. »Durch ihn ist mir die Musik zur Droge geworden«, sagt Håkan Hardenberger. »Das Geschenk war ja mehr ein Spaß. Es gab keine Musik in unserer Familie. Meine Eltern haben auch nie gesagt: Du musst üben.« Zum Glück fiel dem Jungen das Üben leicht: »Wenn ich nicht schlief, spielte ich Trompete.« Bei ­seinem Lehrer erhielt er schon als Acht­jähriger 90-Minuten-Lektionen.

Auch als Håkan mit 16 von Malmö nach Paris ging, übte er weiterhin acht Stunden am Tag. »Meine Freunde haben sich beschwert: Komm doch mal mit zum Feiern! Aber ich habe gesagt: Wenn ich jetzt übe, dann kann ich später viel mehr feiern.«

  • 25.03.2014
  • Praxis
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 4/2014
  • Seite 15

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