Trainingslager "Wie Bläser üben" (25) - Stark im Team

  • 19.02.2014
  • Praxis
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 3/2014
  • Seite 15

Anfang 1983 sorgte der Name Sabine Meyer erstmals für Schlagzeilen. Die junge Klarinettistin aus Crailsheim (Baden-Württemberg) absolvierte damals ein Probejahr bei den Berliner Philharmonikern und wurde dabei zum Anlass einer Machtprobe, mit der sie eigentlich wenig zu tun hatte. Chefdirigent Herbert von Karajan wollte seinen Willen durchsetzen, das Orchester wollte sich nichts vorschreiben lassen, die Politiker und der Intendant mischten sich ein, eine Mediation musste schlichten. Sabine Meyer aber blieb cool und verließ Berlin baldmöglichst wieder. Denn Schlagzeilen dieser Art hatte sie gar nicht nötig. Ihr Klarinettenspiel war schon damals so außergewöhnlich, dass ihr eine Weltkarriere offen­stand, wie sie kein klassischer Klarinettist vor ihr erlebt hat.

Sabine Meyer hat die Klarinette in der Klassikwelt zum Star-Solisten-Instrument gemacht. Mozart, Weber, Mendelssohn, Stamitz: Nie zuvor klangen sie so zauberhaft wie bei ihr, so gesanglich, so berückend, dass man als Hörer fast das Atmen vergisst. 30 Jahre nach dem Eklat von Berlin wurde Sabine Meyer das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. 

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