Trainingslager "Wie Bläser üben" (24) - Üben will gelernt sein

  • 22.01.2014
  • Praxis
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 2/2014
  • Seite 17

Spitzenmusiker behaupten häufig, ihr Erfolg verdanke sich fast ausschließlich ihrem Fleiß beim Üben und nur zu einem win­zigen Teil ihrem Talent. Der Musikpsychologe Prof. John Sloboda hält das »angeborene Talent« sogar für eine reine Fiktion. Er glaubt, dass erfolgreiche Musikprofis einfach »Einzelgänger« seien, die sich in der Einsamkeit des Übens viel wohler fühlen als in der Gesellschaft anderer Menschen und daher ein weit überdurchschnittliches Übepensum absolvieren. Wenn das Üben tatsächlich so entscheidend ist für den Erfolg, dann sind wir natürlich enttäuscht, falls wir selbst viel üben und dennoch un­sere Ziele nicht erreichen. Das allerdings könnte daran liegen, dass unser Üben am Instrument nicht effektiv genug abläuft. Dr. Laurie Stras, Dozentin an der University of Southampton, meint dazu: »Die meisten Menschen haben keine Ahnung, wie man übt. Üben ist eine Fertigkeit, die Konzen­tration und Disziplin verlangt. Diese Fertigkeit ist weder instinktiv noch angeboren, sondern muss entwickelt werden.«

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