Trainingslager "Wie Bläser üben" (2) - Mach mal Pause!

  • 17.01.2012
  • Praxis
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 2/2012
  • Seite 19

Wer würde nicht gerne so spielen können wie Maurice André, der vielleicht größte Trompeter des letzten Jahrhunderts! Doch was war der Schlüssel zu seinem beispiel­losen Können: Talent oder Training? »Oft höre ich die Leute sagen, ich sei eben begnadet und bräuchte nicht zu üben«, erzählt der Franzose. »Das ist falsch. Ich bin überzeugt davon, dass ich viel mehr rackere als alle anderen. Mein Erfolg beruht zu 60 Prozent auf Arbeit und zu 40 Prozent auf Begabung. Der Schlüssel zu allem ist tägliche Übung – das ist die Basis.«

Ge­legentlich vergleicht André die hohe Kunst des Instrumentalspiels mit einer Sandburg, die schon über Nacht wieder bröckeln, zusammenbrechen, im Wind verwehen kann: »Man muss ständig bauen, entwickeln, erhalten, reparieren.« Deshalb hat er sein ­Leben lang täglich geübt, täglich das Bestehende gestärkt und das Bröckelnde gefestigt. »Wenn ich vier oder fünf Stunden zu Hause spiele, kann ich am Abend leicht ein einstündiges Konzert spielen. Meine Lippen bleiben die ganze Zeit frisch.«

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