Trainingslager "Wie Bläser üben" (1) - Das Haus hinterm Haus

  • 19.12.2011
  • Praxis
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 1/2012
  • Seite 23

Er war ein netter, höflicher und ernsthafter Junge, aber irgendwie trotzdem der Schrecken der Nachbarn. Denn weil Eric schon als Kind daran glaubte, dass nur Üben zur Perfektion führt, entwickelte er sich zum sprichwörtlichen »Practice-aholic«. Morgens fing er um fünf Uhr zu üben an und kaum war er aus der Schule zurück, ging es weiter. Stundenlang dieselben Tonleitern und Melodien. »Manchmal spielte er wochenlang nur einen einzigen Ton«, erinnert sich sein Vater, der selbst Hobby-Saxofonist war. »Schließlich nahm er den Ton aufs Tonband auf und hörte ihn sich an. Er sagte: ›Dad, er muss einfach richtig klingen! ‹ Ich sagte dann: ›Für mich klingt er richtig.‹ Aber Eric, dieser Perfektionist, antwortete: ›Nein, er stimmt noch nicht!‹« Schon als Zweijähriger kannte Eric Dolphy (1928 bis 1964) nur zwei Lieblingsbeschäftigungen: Bilderbücher ausmalen und Musik hören.

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