Ton an Ton: "Subtone, was ist das?" von Matthias Anton

Seit einiger Zeit widmet sich Mat­thias Anton den Fragen und ­An­liegen der Holzbläserfraktion. Dabei steht der Trossinger Honorar­professor vor allem den Saxofonisten mit Rat und Tat zur Seite, schenkt aber auch Klarinettisten ein offenes Ohr. ­Anton freut sich über Ihre Fragen – die selbstverständlich ­anonym behandelt werden.

In dieser Ausgabe möchte ich mich aufgrund der Frage einer Workshopteilnehmerin mit einer Spezialtechnik des Saxofonspiels beschäftigen: Sie würde seit einigen Tagen den berühmten Subtone üben, hätte aber noch keinen wirklichen Erfolg gehabt.

Dazu erst einmal eine kurze Erklärung, was Subtone überhaupt ist: Subtone ist eine Spielart auf dem Saxofon, die vor allem im Jazz, aber gelegentlich auch in der zeit­genössischen Musik vorkommt. Bekannt wurde diese Spielweise durch einige Jazzsaxofonisten, die die verschiedensten Klang­farben kreierten, um sich von der klassischen Tongebung noch stärker zu distanzieren. Während die klassischen Saxofonisten sehr hart daran arbeiten, so gut wie keine Luft und Nebengeräusche im Ton zu haben, haben die Jazzmusiker ganz ­bewusst durch verschiedene Ansatz- und Spielweisen diesen hauchigen, luftigen Sound kreiert. Dadurch entstand im traditionellen Jazz im unteren Register der Subtone, ein gehauchter, rauchiger, sanfterer Ton, bei dem das Luftgeräusch deutlich zu hören ist und zur Hauptcharakteristik des Subtone wurde. Ben Webster und Stan Getz sind die bekanntesten Spieler des Subtone.

  • 25.03.2014
  • Praxis
  • Matthias Anton
  • Ausgabe: 4/2014
  • Seite 25

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