Ton an Ton - Blätter wässern?

Seit einiger Zeit widmet sich Mat­thias Anton den Fragen und ­An­liegen der Holzbläserfraktion. Dabei steht der Trossinger Honorarprofessor vor allem den Saxofonisten mit Rat und Tat zur Seite, schenkt aber auch Klarinettisten ein offenes Ohr. Anton freut sich über Ihre Fragen – die selbstverständlich ­anonym behandelt werden.

Ich war neulich bei einem Workshop mit anschließendem Konzert von einem recht bekannten Saxofonisten aus der Jazz-Pop-Szene. Der Workshop war toll und das Konzert einfach nur genial. Eine Sache hat mich dann aber doch zum Grübeln gebracht. Als er nach dem Konzert sein Saxofon in den Koffer packte, konnte ich beobachten, wie er seine Blätter in ein Glas mit einer Flüssigkeit einlegte. Leider konnte ich ihn nicht mehr fragen, warum er das macht. Deshalb nun meine »merkwürdige Frage« an Sie: Haben Sie so etwas schon einmal gesehen bzw. kennen Sie sich damit aus? Was genau soll das bringen? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Diese Art, seine Blätter zu, nennen wir es einmal konservieren bzw. aufzubewahren, gibt es seit Jahrzehnten und kommt immer wieder einmal in Mode. Ich persönlich habe das vor etwa 18 Jahren zum ersten Mal bei Chico Freeman, mit dem ich damals innerhalb seines Konzerts jammen durfte, gesehen. Ich kann Ihnen sagen: Auch ich war damals ganz schön erstaunt über diese seltsame Prozedur. Als ich ihn dann fragte, warum er das so machen würde, meinte er nur recht kurz: »The reeds sound better!«

 

 

  • 28.01.2015
  • Praxis
  • Matthias Anton
  • Ausgabe: 2/2015
  • Seite 16

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