Tipps vom Profi - Korrekturen und Pflege des Blattes

Obere Reihe: Fünf Paare mit verschiedenen Zungenlängen von fünf verschiedenen Herstellern jeweils aus der gleichen Schachtel. Untere Reihe: Fünf Blätter vom gleichen Hersteller: alle ­haben den gleichen Fehler beim Zungenbeginn. Diese Abbildung zeigt eindrücklich, dass Korrekturen an handelsüblichen Blättern unumgänglich sind, damit potenziell gute Blätter nicht weggeworfen werden müssen! (Foto: Hanstoni Kaufmann)

In den frühen 80er Jahren lernte ich in Wien bei Alfred Prinz, dem damaligen 1. Soloklarinettisten der Wiener Philharmoniker, Blätter herzustellen und avancierte in der Folge zu seinem persönlichen Blatthersteller. Seit über einem Jahrzehnt gebe ich meine Erfahrungen und mein Wissen in Kursen weiter. 

Ein zentrales Thema ist dabei immer die Blattkorrektur, denn jedes Blatt, ob Eigenbau oder gekauft, muss immer wieder angepasst, meistens sogar vor dem ersten Spielen korrigiert werden. 2012 veröffentlichte ich das Fachbuch »Klarinettenblätter korrigieren« (Misura Verlag, Luzern). Neben grundlegenden Erkenntnissen werden darin neun visuelle und sieben Audio-Korrekturschritte beschrieben.

Kriterien eines guten Blattes

Wenn ich die Kursteilnehmer frage, was sie von einem guten Klarinetten- oder Saxofonblatt erwarten, werden folgende Ansprüche geäußert: Klangschönheit und Tragfähigkeit des Tones, nicht zu schwer und nicht zu leicht, kein Rauschen, Ausgeglichenheit in den Registern, gute Ansprache für ein sauberes Stakkato, stufenlose Dynamik im Crescendo wie im Diminuendo, je nach Musikrichtung einen runden warmen oder eher einen hellen Klang, leichte Bindungen, Haltbarkeit, lange Lebensdauer usw.

Das Buch gibt’s unter blasmusik-shop.de/Klarinettenblaetter-korrigieren

 

 

  • 19.11.2013
  • Praxis
  • Hanstoni Kaufmann
  • Ausgabe: 12/2013
  • Seite 16-17

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