Tipps vom Profi - Fons Klesman im Interview

  • 19.04.2012
  • Praxis
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 5/2012
  • Seite 14-15

Fons Klesman ist Solo-Klarinettist der Marinierskapel der Koninklijke Marine. Dort feiert er in diesem Jahr sein 25-Jähriges Dienstjubiläum. In einem Vierteljahrhundert sammelt man natürlich einiges an Erfahrung. 

CLARINO: Wenn Sie üben und vielleicht nicht so richtig Lust haben – wie motivieren Sie sich selbst?

Fons Klesman: Wenn man den Druck hat vor einem Konzert oder einem Auftritt, dann fühlt man natürlich die Verantwortung für sich selbst, für die Kunst, aber auch für die Kollegen im Orchester. Ich sage mir dann immer: Ich muss ein gutes Niveau haben. Ich muss üben. Allerdings ist ja die Klarinette nun einmal der Haupt­bestandteil meines Lebens – und deshalb ist das eigentlich kein Problem. Ich denke, es ist für Musiker wichtig, sich selbst Ziele zu setzen. Musiker sollten vorausschauend üben und nicht nur kurz vor einem Auftritt. Das ist dann natürlich auch die Aufgabe der Lehrer, dass sie die Schüler langfristig auf die Konzerte vorbereiten. Für die Motiva­tion ist auch förderlich, wenn man mit mehreren Musikern zusammen übt – beispielsweise in einem Klarinettenensemble. Wenn man immer nur alleine in einem kleinen Raum übt, ist es oft schwieriger. Ich sehe das immer wie ein Sportler. Ein Sportler kann auch nicht jeden Tag zehn Minuten joggen und am Sonntag einen Marathon laufen wollen.

Wie lange üben Sie täglich?

Das ist immer schwer zu sagen. Die Klarinette steht bei mir zu Hause auf einem Ständer und ich übe immer wieder, auch einfach mal zwischendurch. Selbst wenn ich fernsehe, mache ich ein paar Trocken- oder Fingerübungen. 

« zurück