Tipps vom Profi - Britta Roscher im Interview

  • 22.01.2014
  • Praxis
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 2/2014
  • Seite 14-16

»Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäg­lichen das Wunderbare zu sehen.« Die Flötistin Britta Roscher aus Wiesbaden hat dieses Zitat von Pearl S. Buck zu einem ihrer Wahlsprüche gemacht. Neugier und Experimentierfreude sind ihr nicht fremd.

Clarino: »Üben – das notwendige Übel« heißt es mancherorts. Was entgegnen Sie Musikern, die schon beim Wort »Üben« die Augen verdrehen?

Britta Roscher: Bei Musikern erlebe ich das selten. Ab und an vielleicht mal bei Schülern. Für mich persönlich ist Üben nichts Schlimmes. Ganz im Gegenteil – ich finde es super, wenn ich weiß: Ich habe jetzt zwei oder drei Stunden Zeit und kann üben. Klar, man kennt diese Sprüche wie: Wer übt, fällt den Kollegen in den Rücken! Und natürlich kenne auch ich die Phasen, in denen man auch mal keine Lust hat, zu üben. Aber dann ist es die Aufgabe des Lehrers, etwas zu finden, wie er die Schüler bei der Stange hält und wie er ihnen wieder Lust aufs Üben macht. Ich persönlich finde: Üben ist toll!

Britta Roscher 

spielt Flöte. Und das in allen Varianten: Piccolo, Konzertflöte, Altflöte, Bassflöte und Kontrabassflöte. Sie ­absolvierte ein SMP-Studium an der Wiesbadener Musikakademie mit Hauptfach Querflöte bei Cornelia Thorspecken. Es folgte ein künstlerisches Aufbaustudium an der Hochschule für Musik in Detmold, Abt. Dortmund, bei Carin Levine und Prof. Hans-Jörg Wegner. Internationale Meisterkurse bei Wil Offermans, ­Jeanne Baxtresser, Jos Rinck, Peter-Lukas Graf, Jean-Pierre Rampal und Robert Dick komplettierten die Ausbildung. Es ergaben sich Konzert­reisen nach Skandinavien, Benelux, Frankreich, Italien und die Schweiz.

Aus Neugierde, wie sie sagt, hängte sie eine Ausbildung zur Musik-Kinesiologin (Practitioner) in Wien an.

Britta Roscher arbeitet mit Kompo­nisten zusammen und wirkte an Uraufführungen diverser Werke mit. Sie ist Dozentin an den Internationalen Ferien­kursen für Neue Musik in Darmstadt. Sie hat Auftritte mit kammermusikalischen Programmen und ist in zahlreichen Ensembles aktiv – im Bereich Klassik, Weltmusik, Lesungen, Performance, freie Improvisation und Avantgarde (VerQuer, Duo Vigoroso, Salonorchester Damenrausch, Kammerorchester Mainz, Kammerphilharmonie Rhein-Main, Popp y Grupo, Konolino). Sie wirkte an Musical-, Rundfunk- und CD-Produktionen mit (Burgfestspiele Bad Vilbel, SWR u. a.) und ist Workshop-Dozentin im In- und Ausland. 

www.brittaroscher.de

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