»Time for Outrage« von Marco Pütz

  • 05.03.2018
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 3/2018
  • Seite 65-67

Die musikalische Karriere des Luxemburgers Marco Pütz startete auf nicht ganz gewöhnliche Weise. Sein erstes Instrument Melodica brachte er sich autodidaktisch bei und Blockflöte spielte er auch nur so lange, »bis ich dem Lehrer die Griffe zeigen konnte«.

Komponist und Saxofonist Marco Pütz

Sein erstes »richtiges« Instrument war das Saxofon: zunächst im örtlichen Fanfare-Orchester, dann als Student in Brüssel und Lüttich und schließlich als Professor am Luxemburger Konservatorium.

Kompositorisch widmete sich Pütz von Anfang an immer wieder »seinem« Instrument. Schon bald nach seinem Erstlingswerk, einem Saxofonquartett, entstand ein letzeburgisches Kindermusical über ein Altsaxofon: »Dem Alto séng grouss Rees«. Auf die Frage, ob es auch eine deutsche Fassung des damals sehr erfolgreichen Werks gibt, antwortet Pütz viel­sagend: »Noch nicht.«

»Time for Outrage!«

Als 2010 die Stéphane Hessels Streitschrift »Indignez vous!« erschien (deutsche Übersetzung 2011 unter dem Titel »Empört Euch!«), war auch Marco Pütz davon begeistert. Als Auftragswerk der Großherzoglichen Militärkapelle Luxemburg bzw. des Fördervereins »Frenn vun der Militärmusek, a.s.b.l.« entstand 2014/15 »Time for Outrage!«, was dem Titel der englischen Übersetzung von Hessels Essay entspricht.

Pütz sieht die Komposition als Ausdruck seines persönlichen Missmuts gegenüber den aktuellen Krisen und Ungerechtigkeiten der Welt. Über die Begrenztheit seiner Mittel ist der Komponist sich aber durchaus im Klaren: »Es ist mir sehr wohl bewusst, dass ich keine dieser Krisen mit Musik lindern oder gar auslöschen kann, aber als freier Bürger steht mir – wie ich meine – doch das Recht zu, mich durch die Musik und als Musiker zu empören.«

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