tim ries - »dieses projekt grenzt an ein wunder«

»Die Rolling Stones sind eine sehr bläser-freundliche Band.« Tim Ries schwärmt vom Auftritt im Münchner Olympiastadion, bei dem er und seine Kollegen von der Bläser-Section immer wieder den Raum für die Soli bekamen. Ob »Brown Sugar«, »Miss You« oder der Ray-Charles-Hit »Night Time is the Right Time« – ohne Bläser geht live bei den Rolling Stones gar nichts. Und schließlich haben auch schon Sonny Rollins und Wayne Shorter Songs mit den Rock-Dinos eingespielt.

Doch nicht nur musikalisch bezeichnet Saxofonist Tim Ries die Stones als »horn friendly«. Auch zwischenmenschlich passt da alles. Die Bläser gehören einfach dazu. Da heißt es nicht abfällig »Wir sehen uns auf der Bühne«. Da kommt es schon mal vor, dass Drummer Charlie Watts, der ein paar Stockwerke höher im selben Hotel wohnt, kurz durchklingelt und Tim Ries fragt, wie er den Konzertabend fand. Im selben Flieger reist man sowieso. Und wenn man mit den Rockopas – wie die Rolling Stones bisweilen despektierlich bezeichnet werden – so eng befreundet ist, dann bleibt es auch nicht aus, dass man sich mit deren Musik eingehender beschäftigt. Sich an diese – zu großen Teilen – Meilensteine der Rockgeschichte heranzuwagen, verlangt schon eine gesunde Portion Selbstbewusstsein und auch ein wenig Mut. Und der wurde belohnt, denn Tim Ries’ »The Rolling Stones Project« ist schlichtweg der Hammer.

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 10/2006
  • Seite 10-11

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