Theinerts Thema: Umweltschutz und Instrumentenbau

Markus Theinert (Foto: Mannheimer Bläserphilharmonie)

In der Industrie hat sich einiges getan in Sachen Umweltschutz. Natürlich auch bei den Instrumentenbauern. Markus Theinert kennt die Produktionsstandorte auf der ganzen Welt, heute ist er »Vice President Marketing & International Sales« bei Conn-Selmer in den USA.

Herr Theinert, wenn man den Instrumentenbau gestern und heute vergleicht: Was hat sich da getan? Früher wird man sich auf dem Gebiet des Umweltschutzes noch nicht die Gedanken von heute gemacht haben, oder?

Hier hat tatsächlich ein Bewusstseinswandel stattgefunden – und zwar nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in unserer Branche, wie in allen anderen industriellen Zweigen auch. 

Natürlich hat man sich vor 100 oder 150 Jahren noch nicht in gleichem Maße Gedanken über die Umwelt gemacht, wie man das heute tut. Zumindest hat man zahlreiche Gefahren und Risiken nicht bedacht, die mit gewissen Werkstoffen und Chemikalien einhergehen. 

Diese Zusammenhänge sind heute wesentlich besser untersucht und werden dementsprechend auch von außen, das heißt von Regierungsstellen und Überwachungsorganisationen, entsprechend auf die Tagesordnung gebracht. 

Wir haben heute darüber hinaus einen ganz anderen Stand der Technik erreicht. Für die Reinigung und Entfettung von Blechblasinstrumenten zum Beispiel benutzt man heute andere Medien. Aber auch beim Schutz bedrohter Holzarten gibt es heutzutage strenge Vorschriften und gewisse Beschränkungen. An die hat man vor 100 Jahren überhaupt nicht gedacht. 

Ich würde nicht sagen, dass der Instrumentenbau eine Vorreiterrolle innehat, aber es hat sich einiges getan. Der Instrumentenbau hat mit anderen Bereichen gleichgezogen. Die Unternehmen werden auch von öffentlichen Stellen sehr strikt kontrolliert und die Umweltverträglichkeit von allen Arbeitsprozessen oft monatlich protokolliert und entsprechend reguliert.

Ging dieses Umdenken denn leicht vonstatten oder musste man da auch gegen Widerstände angehen?

Jedes Umdenken ist zunächst schwierig und nicht jeder Wechsel wird von den Menschen gleichermaßen sofort adaptiert und umgesetzt. Natürlich werden Umstellungen auch in Fertigungsbetrieben zunächst einmal abgelehnt, weil man befürchtet, dass veränderte Prozesse oder verschiedene Materialien vielleicht das Instrument, dessen Qualität oder Klang negativ beeinflussen könnten. 

Das ist der eine Punkt. Der zweite Aspekt ist, dass solche Umstrukturierungen oft nur mit großem Kostenaufwand bewältigt werden können.

  • 24.06.2019
  • Schwerpunktthema
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 6/2019
  • Seite 32-24

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