»The Gilded Theatre« von Kenneth Hesketh: Was für ein Theater!

»The gilded Theatre« (das vergoldete Theater) entstand im Auftrag des National Youth Wind Orchestra of Great Britain anlässlich dessen 40-jährigen Bestehens. Die Uraufführung fand am 10. August 2008 im Londoner St. John’s Smith Square statt. Die musikalische Leitung hatte James Gourlay.

Hesketh ließ sich beim Schreiben dieses Stücks durch »abstrahiertes Theater« inspirieren, das ihn schon seit Jahren fasziniert habe. »Darunter verstehe ich unspezifische dramatische Szenarien mit archetypischen Charakteren. Es hat mir auch beim Strukturieren verschiedener Kompositionen geholfen und wurde zu einer Konstanten meiner Arbeit.«

»The gilded Theatre« kann nach Aussage des Komponisten als eine Fortsetzung von eigenen früheren Stücken wie zum Beispiel »Diaghilev Dances« gesehen werden. Anders als dort ist die Musik jedoch durchkomponiert, wobei sich einzelne Abschnitte auf Typen oder Szenen aus der italienischen Commedia dell’arte oder dem französischen Theater des 17. Jahrhunderts beziehen.

Die im Stück beschworenen Stimmungen sind mal dramatisch, mal komödiantisch, mal romantisch oder aggressiv. Alle unterstützen die Idee eines abstrakten Theaters. Das gesamte Werk hält zahlreiche Herausforderungen für alle Spieler parat, technisch wie emotional. »Sie sind die echten Hauptdarsteller des Stücks«, so Hesketh.

Um in der Terminologie des Theaters zu bleiben: Hesketh sieht auch zahlreiche »Nebenrollen« (will sagen: nicht alltägliche Instrumente) in der Besetzung vor, so unter anderem drei Oboen, Englischhorn, Es-Klarinette (auch solistisch und nicht nur als Verstärkung der Flöten), drei Fagotte, Kontrafagott, sechs Hörner, Klavier.

  • 10.07.2018
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 6/2018
  • Seite 63-65

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