Tenorhorn-Workshop mit Alexander Wurz

  • 30.10.2015
  • Praxis
  • Alexander Wurz
  • Ausgabe: 11/2015
  • Seite 12-13

Dass das Tenorhorn »stiefmütterlich« behandelt würde, wäre übertrieben. Doch so wahnsinnig oft kam es noch nicht vor. Schon gar nicht in einem Workshop. Bis jetzt...

Kapitel 1 – Das Tenorhorn

Das Tenorhorn ist ein weit mensuriertes Blechblasinstrument. Es gehört zur Familie der Bügelhörner. In B gestimmt misst es ca. 266 cm und ist damit etwa doppelt so lang wie das Flügelhorn. Deswegen wird das Tenorhorn auch gelegentlich »Bassflügelhorn« genannt. Durch seine konische Bauweise klingt es im Vergleich zur Posaune, die in der gleichen Lage klingt, sehr weich. Wie alle Instrumente aus der Familie der Bügelhörner ist die Intonation etwas »kniffliger« als beispielsweise bei Trompeten oder Posaunen, die ja zylindrisch gebaut sind. Das Tenorhorn wurde 1847 in der Militärmusik eingeführt, um die Lücke in der Instrumentierung zwischen der Tuba und der tiefen Es-Trompete zu schließen. Es handelt sich also um ein Instrument der Tenorlage, das sehr weich und sehr gesanglich gespielt werden sollte.

Kapitel 2 – Atmung

Es braucht verhältnismäßig viel Luft, um dem Tenorhorn Töne zu entlocken. Das gilt im Übrigen für alle Blechbläser. Aus diesem Grund müssen wir unserer Atmung sehr große Aufmerksamkeit schenken.

Warum ist die Atmung für uns Bläser allgemein so wichtig? Ganz einfach: Durch die richtige Luftführung erzielen wir ohne unnötigen Kraftaufwand auf unserem Instrument das gewünschte Klangergebnis. Oftmals atmen wir zwar richtig ein (Zwerchfellatmung), aber durch falsche Gewohnheiten beim Ausatmen geht die optimale Luftführung (Luftsäule) verloren.

Viele Gründe können da mitspielen. Hauptursache ist meist eine falsche Körperhaltung. Da unser Körper bei längerem Spielen ähnlich wie bei Hochleistungssportlern gefordert wird, müssen wir unsere Kräfte genau einteilen. Der Ausgangspunkt dafür ist unsere Körperhaltung. Wenn wir unseren Körper in eine entspannte Haltung bringen, können wir den Einsatz der Atemorgane und der Stützmuskulatur optimal einfordern.

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