Tänze aus der Vergangenheit - »Courtly Airs and Dances« von Ron Nelson

  • 21.09.2011
  • spielBAR
  • Katja Brunk
  • Ausgabe: 2/2011
  • Seite 56-57

Tänze aus Renaissance und Barock sind auch heute noch immer beliebt, sowohl bei Tänzern, Musikern als auch Komponisten. Trotz – oder vielleicht gerade wegen ihrer musikalischen Schlichtheit hört man sie immer wieder. Einige Komponisten haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Tänze in anspruchsvolle Werke zu verpacken und ihre Schlichtheit mithilfe kompositorischer Techniken zu verschleiern. Ron Nelson dagegen behält die Einfachheit der Melodien und Rhythmen bei und schuf 1995 mit seinen »Courtly Airs and Dances« eine zwölfminütige Komposition mit mittlerem Schwierigkeitsgrad.

Wie viele originale Werke seit dem 16. Jahrhundert beginnt auch Nelsons sechssätzige Komposition mit einer »Intrada«. Sie ist sehr einfach aufgebaut: Die Trompeten stellen das leicht einprägsame Thema vor, das durch offene Quintklänge, die an Bordunquinten erinnern, eine mittelalterliche Atmosphäre erzeugt. Als rhythmisches Element fallen hier besonders Punktierung und abwärts gerichtete Sechzehntelbewegungen ins Ohr.

Ron Nelson

ist ein US-amerikanischer Komponist und Dirigent und wurde 1929 in Joliet/Illinois geboren. Er studierte an der Eastman School of Music in New York sowie ab 1955 an der Ecole Normale de Musique und am Conservatore Superieur in Paris. An der Brown University in Providence wurde er anschließend Assistant Professor, ab 1960 Associate Professor und ab 1968 bis zu seiner Pensionierung erhielt er eine volle Professur. Für seine Blasorchesterkomposition »Passacaglia (Homage on B-A-C-H)« erhielt er den National Band Association Prize, den American Bandmasters Association Ostwald Prize sowie den Sudler International Prize.

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