Swing im geschönten Ghetto - Bedrich Weiss war der Benny Goodman Theresienstadts

Terezín oder Theresienstadt ist eine alte böhmische Garnisonsstadt, auf halbem Weg zwischen Prag und Dresden gelegen. Im Zweiten Weltkrieg diente die Festung als Gestapo-Gefängnis, die Kleinstadt selbst wurde von der deutschen Besatzung zu einem Durchgangs- und Sammellager für jüdische Häftlinge umfunktioniert. Zu diesem Zweck wurden die Stadtbewohner ausgesiedelt und 10- bis 20-mal so viele Menschen nach Theresienstadt deportiert und in die Häuser gepfercht. Die Stadt wurde zum Ghetto vor allem für die »besseren« Juden – Akademiker, Künstler, Fabrikanten – und stand unter scheinbarer jüdischer Selbstverwaltung. Obwohl Theresienstadt nach dem Verständnis der Nazis kein KZ war, wurden dort rund 35 000 Menschen ermordet.

  • 21.09.2011
  • Historisches
  • Hans-Jürgen Schaal
  • Ausgabe: 1/2008
  • Seite 10

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