Substitut-Kompositionen - Eine Zusammenfassung

Im gesamten vergangenen Jahr haben wir uns mit originalen Blasorchesterwerken auseinandergesetzt, die entweder einer bekannten Komposition aus dem klassischen Repertoirekanon oder einer bestimmten musikalischen Epoche bzw. Tonsprache nachempfunden war. Da innerhalb einer solchen Zeitspanne das Wesentliche leicht aus dem Fokus geraten und man sich stattdessen zu sehr in kompositorischen Details verlieren kann, scheint es am Ende der Artikelreihe hilfreich, sich die zentralen Aspekte dieser Thematik noch einmal subsumierend vor Augen zu führen.

Unser Ausgangspunkt waren zunächst ­Stephen Budianskys Beobachtungen zur aktuellen Situation der Blasorchesterliteratur. Beurteilten wir diese noch als im Kern zutreffend – wenn auch stark pauschalisierend und nur bedingt von der Welt der amerikanischen High-School-Bands auf hiesige Verhältnisse übertragbar –, so konnte sein Lösungsvorschlag, angesichts der vielen mittelmäßigen und uninspirierten Originalkompositionen verstärkt auf Transkriptionen zurückzugreifen, allerdings nicht uneingeschränkt überzeugen. Um die mit dieser Werkgattung in der ­Regel verbundenen und zu Lasten der Vorlage gehenden Kompromisse zu umgehen, wurde als Gegenvorschlag empfohlen, solcherart originale Blasorchesterkompositionen zu verwenden, die hinsichtlich Duktus und Klangbild deutlich auf bedeutende und ­berühmte Werke der Musikgeschichte verweisen, oder aber den Stil bestimmter Komponisten und Epochen nachzuzeichnen. Diese wurden – in Ermangelung eines geeigneteren Begriffs – als »Substitute« bezeichnet, also als Ersatz für oder Alternative zu Transkriptionen. Einige dieser Werke wurden im Folgenden schließlich ausführlicher vorgestellt und in Bezug zu ihren berühmten Vorbildern gebracht.

  • 19.11.2013
  • Praxis
  • Jörg Murschinski
  • Ausgabe: 12/2013
  • Seite 20-21

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