Substitut-Kompositionen 3 - "Symphonie" von Paul Fauchet

  • 19.02.2013
  • Praxis
  • Jörg Murschinski
  • Ausgabe: 3/2013
  • Seite 14-16

In den vorigen Artikeln wurde das Feld der Substitut-Kompositionen für Blasorchester theoretisch abgesteckt sowie deren Charakteristika anhand eines vergleichenden Beispiels erläutert. In den folgenden Ausgaben sollen musikalische Epochen, Gattungen und Nationalstile näher betrachtet und das ­Repertoire auf Originalkompositionen und Substitute untersucht werden.

So enorm der Zuwachs an hochwertigen und anspruchsvollen originalen Komposi­tionen für Blasorchester im 20. Jahrhundert – insbesondere aber nach dem Zweiten Weltkrieg – war und ist, so dünn gesät sind solche Werke vor jener Zeit. Dies ist in vielerlei Hinsicht bedauerlich, vor allem deshalb, weil die Musik des 18. und 19. Jahrhunderts in der Regel für jedermann ein Hörgenuss ist, und zwar unabhängig von der musikalischen Vorbildung des Hörers. Man muss den formalen Aufbau oder die satztechnischen Details einer Fuge von Bach, eines Streichquartetts von Beet­hoven oder einer Sinfonie von Brahms nicht zwangsläufig verstanden haben, um sich von dem Zauber und der Schönheit dieser Werke gefangennehmen lassen zu können und sie mit persönlichem Gewinn anzuhören. Für zahlreiche Werke jener Zeit gilt in der Regel das, was Mozart einmal über eines seiner Klavierkonzerte festgestellt hat: sie sind »angenehm in den Ohren – Natürlich, ohne in das Leere zu fallen – hie und da können auch Kenner allein satisfaction erhalten – doch so – daß die Nichtkenner damit zufrieden seyn müssen ohne zu wissen warum.« (Brief an seinen Vater vom 28. Dezember 1782).

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