Stürmisch - "Tornado" von Peter Platt

  • 28.01.2015
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 2/2015
  • Seite 66-68

Das Werk ist wie einige andere konzertante Kompositionen von Peter Platt im Selbstverlag erschienen (www.platt.at). Die Uraufführung im Jahre 2008 gestaltete das Blasorchester der OMV (Österreichische Mineralölverwaltung) unter Leitung von Anton Kammerer.

Konzertante Auftragswerke sind heute in der Blasmusik eher die Regel als die Ausnahme. Bei »Tornado« sei diese Bezeichnung jedoch etwas übertrieben, so der Komponist. »Der musikalische Leiter sagte nach einer Probe bei einem Glas Rotwein: ›Schreib’ einmal was für uns‹, und das war es dann auch schon. Ein paar Proben später hatte ich die Noten dabei.« Im Gegensatz zu anderen Stücken über mehr oder weniger katastrophale Naturereignisse wie »The Power of the Megatsunami« von Carl Wittrock oder »Kyrill« von Otto M. Schwarz geht es hier nicht um einen bestimmten Wirbelsturm. »Meistens ist die Musik schon in mir«, sagt Peter Platt. »Erst wenn sie zu Papier gebracht wurde, entsteht der dazu passende Titel. Ich möchte, dass meine Musik für mich spricht.« Um den Beginn eines Wirbelsturms musikalisch zu beschreiben, gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann ihn sofort wirken lassen, um danach im ruhigen »Auge« des Tornados zu verweilen, kann aber auch, wie von Peter Platt praktiziert, zunächst eine »Ruhe vor dem Sturm« beschreiben, die etwa drei Minuten andauert – bei einer gesamten Aufführungsdauer von etwa zehneinhalb Minuten.

Leise und mysteriös gestaltet sich der Anfang mit komplettem Einsatz der Stabspiele und einer sehr tief geführten Flöte (Notenbeispiel 1). Ein neuer Abschnitt mit etwas schnelleren Notenwerten beginnt ab Takt 24. Das Säuseln des Windes wird stärker (Notenbeispiel 2). Die Tonart wechselt von C-Dur nach g-Moll (keine leitereigene Stufe) und man ahnt, dass sich etwas zusammenbraut. Ab Takt 32 strahlt das Blech in Es-Dur (Notenbeispiel 3), aber wo man nach einer übermäßigen Quint in der 1. Posaune eine Weiterführung nach As-Dur erwartet hätte, erscheint wie ein kleiner Trugschluss die Paralleltonart f-Moll.

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