Studium "Dirigieren für Blasorchester" (6): Hochschule für Musik Claudio Monteverdi Bozen

Foto: privat

Seit 2011 gibt es an der Hochschule für Musik Claudio Monteverdi die Möglichkeit, Instrumentierung für Blasorchester und Blasorchesterleitung zu studieren. Seit 2016 ist der ehemalige Chef des Musikkorps der Bundeswehr und des Stabsmusikkorps der Bundeswehr, Walter Ratzek, verantwortlich in der professionellen Dirgierausbildung für Blasorchester in Bozen.

In Bozen wird sowohl ein Bachelor als auch ein Master in Blasorchesterdirektion angeboten. Derzeit gibt es insgesamt 15 Studierende, davon sieben im Bachelor- und acht im Masterstudiengang. Der Studiengang ist deutschsprachig. Es studieren vor allem Südtiroler, aber auch Österreicher und ein Deutscher.

Eine Aufnahmeprüfung in Theorie und Praxis entscheidet über eine Reihenfolge, die bei freien Kapazitäten zur Aufnahme führt. Voraussetzung für den Master-Studiengang ist ein abgeschlossenes Bachelor-Studium.

Praxis-Unterricht mit Amateur- und Profiblasorchestern

Pro Jahr sind in Bozen 36 Praxisstunden vor Orchestern vorgesehen. Dies sind sowohl internationale Amateur- als auch Profiblasorchester wie zum Beispiel die Sächsische Bläserphilharmonie, die Militärmusik Oberösterreich und andere, insbesondere auch Blasorchester des Verbandes Südtiroler Musikkapellen. In der Regel haben alle Studierenden bereits ein Instrumentalstudium hinter sich und leiten bereits ein Blasorchester oder Bläserensemble.

Das Wichtigste für Walter Ratzek beim Unterrichten ist, dass der Dirigent eine musikalische Vision in Bezug auf Interpretation, Klang und Stilempfinden bereits beim Lesen einer Partitur ausbildet.

»Die Körpersprache des Dirigenten ist hierbei nur eine besondere Art der Vermittlung. Je besser sie ausgebildet ist, umso verständlicher kann sich der Dirigent ausdrücken. Das gesprochene Wort kann so in der Arbeit mit einem Orchester auf ein absolutes Minimum reduziert werden.«

Anforderungen in der Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfungen bei Bachelor und Master unterscheiden sich vor allem im höheren Anspruch und Niveau. Im Prinzip bestehen die Abschlussprüfungen aus

  • einer Facharbeit (Bachelor- bzw. Master-Arbeit)
  • einer Komposition oder Instrumentation, die auch zur Aufführung kommt
  • Planung, Einstudierung, Präsentation (Moderation) eines mindestens 45 Minuten langen Konzertvortrags mit einem sinfonischen Blasorchester

Bei der Abschlussprüfung soll sich laut Walter Ratzek die Persönlichkeit des Dirigenten in einer ausgereiften, kreativ-künstlerischen Umsetzung der Partituren zeigen. Die Interpretationen sollten schlüssig und überzeugend sein und motivieren.

Weiterhin wird geprüft, wie es dem Dirigenten gelingt, das Orchester hinter sich zu versammeln und zu besonderen, einmaligen Leistungen zu führen.

  • 23.08.2019
  • Schwerpunktthema
  • Alexandra Link
  • Ausgabe: 9/2019
  • Seite 42-43

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