Studium "Dirigieren für Blasorchester" (2): Hochschule der Künste Bern

Rolf Schumacher ist Dozent im Fach Dirigieren in Bern (Foto: privat)

Bereits seit 1987 gibt es in Bern die Möglichkeit, Blasorchesterdirektion zu studieren. Die Schweiz nimmt in der Professionalisierung der Dirigenten-Ausbildung zusammen mit den Niederlanden in Mitteleuropa eine Vorreiterrolle ein. Im Jahr 2010 hat man sich an der HKB entschlossen, nur noch einen Master in Blasmusikdirektion anzubieten. 

Ein vorausgehender Bachelorstudiengang auf einem Instrument bietet für den erfolgreichen Einstieg in ein Masterstudium Dirigieren die beste Voraussetzung. Dies jedoch einhergehend mit der mehrjährigen Ausbildungsschiene der Schweizer Blasmusikverbände. Als Vorteil wird gesehen, dass die Studierenden bereits etwas älter sind und somit für die anspruchsvollen und vielfältigen Anforderungen, die an einen Blasmusikdirigenten gestellt werden, über mehr Erfahrung verfügen.

Aufnahmeprüfung und Studienplätze

Hauptbestandteil der Aufnahmeprüfung in Bern ist eine Probe mit einem Ensemble. Bei dieser Probe wird die bereits vorhandene Schlagtechnik, die methodische Probenarbeit und die vorhandene Werkvorstellung beurteilt. 

Die Aufnahmeprüfung beinhaltet auch das Vorspielen auf dem eigenen Instrument und auf dem Klavier. Ein Gespräch über Blasmusikgeschichte, die eigenen musikalischen Interessen und besonders die persönliche Motivation runden die Aufnahmeprüfung ab.

Die Studienplätze für Blasorchesterdirektion an der Hochschule der Künste in Bern sind begrenzt. Pro Jahr erhalten zwei bis vier Master-Studierende einen Platz. Die Studierenden stammen nicht nur aus der Schweiz. In den vergangenen Jahren haben auch Dirigenten aus Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Japan, Serbien, Südkorea, Spanien, Taiwan und der Ukraine ein Masterstudium in Blasmusikdirektion abgeschlossen.

Umfangreiches Praxisangebot

Um ein Masterstudium in Blasmusikdirektion absolvieren zu können, ist die feste Leitung einer Brassband oder eines Blasorchesters Voraussetzung. Während des Studiengangs haben die Studierenden jährlich in einem anspruchsvollen Konzertprojekt die Möglichkeit, das HKB Wind Orchestra zu leiten, das sich aus Studierenden der HKB zusammensetzt. Weiter steht pro Semester ein Kammermusikensemble zur Verfügung. 

Kooperationen mit Brassbands und Blasorchestern, die für ein bis zwei Proben pro Semester verpflichtet werden, und ein jährlich stattfindender Meisterkurs, in dem in der Vergangenheit das Sinfonische Blasorchester Bern und die Brass Band Berner Oberland dirigiert werden konnten, ergänzen das umfangreiche Praxisangebot. Auch besteht an der HKB eine enge Zusammenarbeit mit der Schweizer Militärmusik.

  • 01.02.2019
  • Praxis
  • Alexandra Link
  • Ausgabe: 2/2019
  • Seite 17-19

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