stilistische offenheit - an der jazz & rock schule freiburg lernen musiker fürs leben

»Ich fiebere da richtig mit«, gesteht Bernhard G. Hofmann, Künstlerischer Leiter der Jazz & Rock Schule Freiburg, am Abend der Semesterabschlusskonzerte. In der Mensa-Bar präsentieren die Studentinnen und Studenten Halbjahr für Halbjahr ihre Semesterergebnisse. Ein Konzert unter schwierigen Bedingungen, denn die öffentlichen Auftritte werden benotet. Dennoch soll – wie die A-cappella-Gruppe treffend dichtete – der Spaß im Vordergrund stehen. Und das tat er – bei Interpreten, Publikum und Dozenten.

Warum sollte der Trompeter X aus dem Musikverein Y ausgerechnet in Freiburg Jazz und Rock studieren? Schon die Homepage www.jrs.org verrät die Vorzüge der Stadt im Breisgau: »Freiburg hat, was alle suchen: Deutschlands bestes Wetter, eine unglaublich aktive und lebendige Musik- und Kulturszene sowie die viel gepriesene Lebensqualität im Dreiländereck.« Was sich liest wie der Werbeprospekt der Immobilienmaklervereinigung muss hinterfragt werden. Bernhard G. Hofmann erläutert erst einmal – eine seltsame Art der Werbung –, wann sich eben jener Trompeter nicht bewerben sollte: »Er sollte nicht kommen, wenn er nur in einer Bigband oder einem Bläserensemble spielen will.« Was sich zunächst wie eine Ohrfeige für den Trompeter darstellt, ist nach näherer Betrachtung genau das, was die Ausbildung in Freiburg ausmacht. Denn die Bigband oder das Bläserensemble gibt es auch, doch sind diese nur ein Teil des Ganzen. Hofmann präzisiert: »Der Musiker, der hier studieren will, sollte sich ein ›gemischtes Leben‹ vorstellen können.«

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 4/2005
  • Seite 26-27

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